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White Snail

Totenmaler und Model

Wie Kremser und Peter ihr ungleiches Paar langsam einander und dem Publikum näherbringen, zeugt von viel Einfühlungsvermögen für die Art von innerem Schmerz, den vor allem jüngere Menschen nicht nur in der postsowjetischen Welt empfinden.

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Nicht immer entsteht Kunst aus Leben. Vor zehn Jahren hat das deutsch-österreichische Regie-Duo Levin Peter und Elsa Kremser in Belarus den Maler Mikhail Senkov kennengelernt. Um seine Existenz zu finanzieren, arbeitet er in der Leichenhalle eines Krankenhauses. In seinen opulenten Ölgemälden, so empfanden es die beiden, „blühte die ganze morbide Welt der leblosen Körper wieder auf.“
WHITE SNAIL handelt zum einen von Misha; der besagte Künstler spielt sich im Film selbst. Sein Alltag zwischen Autopsien, Kühlräumen und kreativer Selbstverwirklichung wird im Film jedoch schon bald von der fragilen Masha (Marya Imbro) durchbrochen. Sie ist das andere Extrem in dieser filmischen Versuchsanordnung: ein belarussisches Model, das mit sich und der Welt hadert, was bei ihr selbstzerstörerische Energien hervorruft. Zunächst hat Masha mit einer Essstörung zu kämpfen, später landet sie nach einer Überdosis Tabletten und mit einer Plastiktüte über dem Kopf erneut im Spital. Doch kaum entdeckt sie das Leichenschauhaus, wird sie neugierig und schleicht sich nachts unter einem Vorwand in Mishas Reich ein, schaut sich um und stellt Fragen zu den Toten, zu Mishas Arbeit, all das fasziniert sie sehr. Wie Kremser und Peter ihr ungleiches Paar langsam einander und dem Publikum näherbringen, zeugt von viel Einfühlungsvermögen für die Art von innerem Schmerz, den vor allem jüngere Menschen nicht nur in der postsowjetischen Welt empfinden. Identitätsverlust und Todessehnsucht, sowie die Suche nach Wärme und Geborgenheit sind hier die gängigen Motive. Die Bilder, die der Film dafür findet, sind ungewöhnlich und eindringlich genug, um sich mit unterschiedlichen Bedeutungen aufladen zu lassen. Durch das präzise Zusammenspiel von Nähe und Distanz entsteht ein mystischer Raum für Verständigung, Zweifel und Transformation.

Pamela Jahn

Details

Österreich/Deutschland 2025, 115 min
Sprache: Russisch, Englisch, Mandarin
Genre: Drama, Romance
Regie: Elsa Kremser, Levin Peter
Drehbuch: Elsa Kremser, Levin Peter
Kamera: Mikhail Khursevich
Schnitt: Stephan Bechinger
Musik: John Gürtler, Jan Miserre
Verleih: Real Fiction
Darsteller: Marya Imbro, Mikhail Senkov, Olga Reptukh
Kinostart: 29.01.2026

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White Snail

Österreich/Deutschland 2025 | Drama, Romance | R: Elsa Kremser, Levin Peter

Wie Kremser und Peter ihr ungleiches Paar langsam einander und dem Publikum näherbringen, zeugt von viel Einfühlungsvermögen für die Art von innerem Schmerz, den vor allem jüngere Menschen nicht nur in der postsowjetischen Welt empfinden.

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