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Waren einmal Revoluzzer

Revolutionäre Nostalgie und politische Realität

Richterin Helene erreicht ein Hilferuf von Pavel, einem russischen Dissidenten. Sie schickt ihm Geld, und kurz darauf steht Pavel mit seiner per internationalem Haftbefehl gesuchten Frau Eugenia und ihrem Sohn vor der Tür.

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Helfen wollen ist einfach. Das denkt sich auch Helene (Julia Jentsch) als Pavel (Tambet Tuisk), eine verflossene Romanze aus längst verjährten «politisch aktiven» Zeiten, sie um ihre Unterstützung bittet. Sie schickt dem russischen Dissidenten einen Batzen Geld, den ihr Freund Volker (Marcel Mohab), der geschäftlich in Moskau zu tun hat, persönlich überbringt. Kompliziert wird es, als Volker sogleich dessen Flucht nach Österreich in die Wege leitet, und nicht nur der alte Liebhaber, sondern auch seine Frau Eugenia mit dem gemeinsamen Sohn im Arm bei Helene vor der Tür stehen. Aber auch dafür kann die engagierte Richterin gerade noch Verständnis aufbringen, bis sie erfährt, dass gegen Eugenia ein internationaler Haftbefehl ausgeschrieben ist, was nicht nur Helenes Job in Gefahr bringt, sondern ihr ganzes geordnetes Leben mit Musikermann Jakob (Manuel Rubey) und zwei Töchtern aufs Spiel setzt. Also soll Volker die Sache regeln, immerhin hatte er die Schnapsidee, endlich einmal etwas zu tun, anstatt immer nur zu reden. Doch der impulsive Therapeut ist viel zu sehr mit sich selbst und seiner neuen Liebe Tina (Aenne Schwarz) beschäftigt, als dass er sich um die Neuankömmlinge kümmern könnte.

Aus dieser prekären Mischung von Beziehungskrisen, revolutionärer Nostalgie und politischer Realität entwickelt sich WAREN EINMAL REVOLUZZER zu einem Gesellschaftsdrama im sogenannten Bobo-Milieu, das vor allem von seinen Frauenrollen getragen wird. Jentsch und Schwarz geben ihren Figuren genügend Gewicht, um vereinzelte Ungereimtheiten in Johanna Moders Drehbuch abzufangen. Aber auch Lena Tronina, (KIDS RUN) trägt als Eugenia mit kämpferischer Energie dazu bei, dass der Film ein spannendes ambivalentes Charakterbild entwirft, anstatt sich auf bewährten Sympathien und Gemeinplätzen auszuruhen.

Pamela Jahn

Details

Österreich 2019, 104 min
Genre: Drama
Regie: Johanna Moder
Drehbuch: Johanna Moder
Kamera: Robert Oberrainer
Schnitt: Karin Hammer
Verleih: jip Film & Verleih
Darsteller: Julia Jentsch, Manuel Rubey, Aenne Schwarz, Marcel Mohab, Lena Tronina, Tambet Tuisk
FSK: 12
Kinostart: 09.09.2021

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