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Walter Kaufmann – Welch ein Leben!

Ein Jahrhundert Zeitzeugenschaft

Walter Kaufmann, geb. 1924, entkam mit einem Kindertransport nach England und wurde dank eines australischen Passes in der DDR zum Reiseschriftsteller: Von Hiroshima über die Bürgerrechtsbewegung um Angela Davis, von der Revolution in Kuba, nach Israel führen seine Wege.

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Ein Leben wie das des Schriftstellers Walter Kaufmann ist in unserer Zeit der minutiösen Lebensplanungen kaum noch vorstellbar: Geboren 1924 in Berlin als Kind einer alleinstehenden jüdischen Verkäuferin, adoptiert von einem gutbürgerlichen jüdischen Ehepaar in Duisburg, mit dem Kindertransport nach England entkommen, durch einen Zufall in Australien interniert. Durch die schriftstellerische Tätigkeit Kontakt zur DDR, dort mit Frau und Kindern ansässig geworden. Sein australischer Pass ermöglicht Kaufmann ein für dieses Land höchst ungewöhnliches Leben: das eines Reiseschriftstellers. Von Hiroshima in die USA der schwarzen Bürgerrechtsbewegung um Angela Davis, von der jungen Revolution in Kuba ins vermeintlich „gelobte Land“ Israel führen seine Wege, und seine Romane und Reportagen berichten aus allen Teilen der Welt von ähnlichen Kämpfen um Frieden und Freiheit, seine Loyalität gehört stets den Unterdrückten.
Der Film von Karin Kaper und Dirk Szuszies ist verfilmte Oral History, die Erzählungen des 97-jährigen Kaufmann werden nur durch Archivmaterial und Zitate aus seinen Werken illustriert. Man erlebt einen wachen Beobachter zeitgeschichtlicher Umwälzungen, der immer das Glück und Überlebensgeschick hatte, sich den Freiraum zum Schreiben zu erhalten. Interessant auch die Wechselwirkungen von Zeitgeschichte und persönlichem Leben, so die Entscheidung für die DDR nach einem ernüchternden Versuch der Spurensuche nach den ermordeten Eltern im verdrängenden Westdeutschland.
Die Filmemacher*innen wählen die Rolle der respektvollen Chronisten, erzählt wird, was Kaufmann erzählen will, so scheint es. Nur nebenbei erwähnt wird z.B. sein Arrangement einer Ehe zu dritt. Vielleicht wäre es manchmal ergiebig gewesen, dem Protagonisten als herausfordernde Gesprächspartner zu begegnen.

Susanne Stern

Details

Originaltitel: Walter Kaufmann: Welch ein Leben! – What A Life
Deutschland 2021, 101 min
Genre: Dokumentarfilm, Porträt
Regie: Karin Kaper, Dirk Szuszies
Kamera: Tobias Rahm, Dirk Szuszies
Musik: Benedikt Schiefer
Verleih: Karin Kaper Film
FSK: 12
Kinostart: 30.09.2021

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Premiere: Walter Kaufmann - Welch ein Leben! , m. Gästen

(Walter Kaufmann: Welch ein Leben! – What A Life) | Deutschland 2021 | Dokumentarfilm, Porträt | R: Karin Kaper, Dirk Szuszies | FSK: 12

Walter Kaufmann, geb. 1924, entkam mit einem Kindertransport nach England und wurde dank eines australischen Passes in der DDR zum Reiseschriftsteller: Von Hiroshima über die Bürgerrechtsbewegung um Angela Davis, von der Revolution in Kuba, nach Israel führen seine Wege.

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Babylon

28.09. – Di

19:30

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