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Vivaldi und ich

Seelenverwandte

Die junge Geigerin Cecilia erkennt Vivaldis Dilemma; sie teilt sein Leiden, die Einsamkeit, seine Passion für die Musik.

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Schon im Venedig zu Beginn des 18. Jahrhunderts geht es "immer nur ums Geld", wie Cecilia (Tecla Insolia) anmerkt. Die junge Geigerin spielt im Orchester des Ospedale della Pietà, das sich aus den musikalisch begabtesten Mädchen des klösterlich geführten Waisenhauses zusammensetzt. Cecilias Beobachtungen sind scharf, ihr Spiel und Talent virtuos, aber sie leidet unter der strengen Obhut ihrer Priorin, einer verhärteten Gläubigen, die in der Erziehung keine Gnade kennt. Als Kind in die Babyklappe gelegt, besteht Cecilias innigster Wunsch darin, eines Tages von ihrer Mutter wieder zu sich geholt zu werden. Sie schreibt der Fremden heimlich Briefe und stellt sich immer wieder Fragen zu ihrer Herkunft. Ablenkung bieten lediglich die sonntäglichen Konzerte, die die Mädchen mit verdeckten Gesichtern und hinter einem Gitter spielen müssen. Als das städtische Musikangebot immer wettbewerbsintensiver wird, kehrt der Priester und Komponist Don Antonio Vivaldi (Michele Riondino) ans Ospedale della Pietà zurück. Er soll die Einrichtung vor dem finanziellen Ruin retten. Dabei ist er selbst ein von Misserfolgen und Krankheit gebrochener Mann.
Doch Cecilia erkennt Vivaldis Dilemma; sie teilt sein Leiden, die Einsamkeit, seine Passion für die Musik. Die künstlerische Verbindung zwischen ihnen gleicht der zweier unfreier Seelen, die sich ineinander spiegeln. Darin liegt der emotionale Kern der Geschichte, die Damiano Michieletto in seinem Kinodebüt erzählt. Dass der italienische Regisseur bisher Opern inszenierte, findet seinen Ausdruck in der aufwendigen Ausstattung sowie in zahlreichen musikalischen Szenen voller Verve und Grazie. Doch dies ist nicht Vivaldis Film. Michieletto legt Wert darauf, das emanzipatorische Potenzial und den rebellischen Charakter seiner Protagonistin in den Vordergrund zu stellen.

Pamela Jahn

Details

Originaltitel: Primavera
Italien/Frankreich 2025, 110 min
Genre: Drama, Historienfilm
Regie: Damiano Michieletto
Drehbuch: Ludovica Rampoldi, Damiano Michieletto
Kamera: Daria D'Antonio
Schnitt: Walter Fasano
Musik: Fabio Massimo Capogrosso
Verleih: X Verleih
Darsteller: Tecla Insolia, Michele Riondino, Andrea Pennacchi, Fabrizia Sacchi, Valentina Bellè
Kinostart: 21.05.2026

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Preview: Vivaldi und ich

(Primavera) | Italien/Frankreich 2025 | Drama, Historienfilm | R: Damiano Michieletto

Die junge Geigerin Cecilia erkennt Vivaldis Dilemma; sie teilt sein Leiden, die Einsamkeit, seine Passion für die Musik.

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Wilmersdorf

Bundesplatz-Kino

17.05. – So

TicketsKartenreservierung: Tel. 030/85 40 60 85 15:30

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