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Vier minus drei

Mit offenem Visier

Adrian Goiginger hat das Talent, für seine Filme die bestmögliche Besetzung zu finden und dann die Darsteller*innen in den Bereich zu bringen, wo sie nicht mehr darstellen, sondern sind.

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Wie erzählt man von Schmerz? Wie spielt man Trauer? Valerie Pachner sitzt in ihrer Rolle als Barbara am Steuer ihres Autos, im Stau, das Handy klingelt. Es gab einen Unfall an einem Bahnübergang, ein gelber Clownsbus. Es gibt nicht so viele gelbe Clownsbusse. Ihr Mann Heli fährt so einen. Er hat die Kinder vom Kindergarten abgeholt. In Barbara arbeitet es. Und allein diese Einstellung, in der man förmlich sieht, wie in ihr Gedanken jagen und Sorgen wachsen und sie es zugleich nicht glauben kann – das ist perfektes Schauspiel, und das ist perfekte Regieführung. Denn Adrian Goiginger hat das Talent, für seine Filme die bestmögliche Besetzung zu finden und dann die Darsteller*innen in den Bereich zu bringen, wo sie nicht mehr darstellen, sondern sind. Das zeugt von enormer Sensibilität, von enormem Wissen um die Gefühle des Menschseins – man hat bei Goiginger immer das Gefühl, dass er mit offenem Visier inszeniert, sich im Tiefsten öffnet, wenn er seine Geschichten formt.
Eine glückliche Familie; eine fröhliche Familie; eine Familie, bei denen die Eltern als Clowns arbeiten, in der die kleine Fini gerade die Welt für sich entdeckt, in der der ältere Thimo voll im Spielen aufgehen und zugleich schon mit dem Vater eine Clownsnummer durchdenken kann. Und dann ist Barbara allein, Schock und Trauer – VIER MINUS DREI ist nach dem autobiografischen Roman von Barbara Pachl-Eberhart gedreht; Autobiografisches ist immer die Fundierung von Goigingers Filmen. Denn das Leben ist es, was er in seinen Werken spiegelt. In diesem Fall das Leben mit Trauer, Trauer bedeutet Suche nach Trost und beinhaltet in diesem Fall auch Lachen – ganz nebenbei erzählt Goiginger eine kleine Kulturgeschichte des Clownwesens: Die Beerdigungsszene ist unglaublich intensiv, im traditionell katholischen Ritus tauchen die Clowns auf…

Wer Familie hat, oder wer jemanden liebt, wird in diesem Film im tiefsten Inneren berührt. Und es ist ganz gut, wenn man genügend Taschentücher dabei hat.

Harald Mühlbeyer

Details

Österreich 2026, 121 min
Sprache: Deutsch
Genre: Drama
Regie: Adrian Goiginger
Drehbuch: Senad Halilbašić
Kamera: Paul Sprinz
Schnitt: Simon Blasi, Martin Pfeil
Musik: Arash Safaian
Verleih: Alamode Filmverleih
Darsteller: Valerie Pachner, Robert Stadlober, Hanno Koffler, Stefanie Reinsperger, Ronald Zehrfeld
FSK: 12
Kinostart: 16.04.2026

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Vier minus drei

Österreich 2026 | Drama | R: Adrian Goiginger | FSK: 12 | Interview

Adrian Goiginger hat das Talent, für seine Filme die bestmögliche Besetzung zu finden und dann die Darsteller*innen in den Bereich zu bringen, wo sie nicht mehr darstellen, sondern sind.

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Adlershof

Casablanca

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17.05. – So

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