Entfernung über GPS
ab PLZ

Pferde stehlen

Traumhafte Naturaufnahmen

Nach dem Tod seiner Frau vergräbt sich Trond in einer entlegenen Hütte am Waldrand und will nur noch allein sein. Doch dann steht ein Freund aus Kindheitstagen vor der Tür und erinnert ihn an einen Sommer vor fünfzig Jahren…

Mehr

Als Trond (Stellan Skarsgård) aus Schweden zurück in seine Heimat Norwegen zieht, liegt sein Leben in Trümmern. Seine Frau kam bei einem Autounfall ums Leben. Ein Unfall, bei dem er am Steuer saß. Nun vergräbt er sich in einer entlegenen Hütte am Waldrand und will nur noch allein sein. Doch dann steht Lars (Bjørn Floberg) vor seiner Tür. Trond erkennt in ihm seinen Freund aus Kindheitstagen und die Vergangenheit holt ihn ein. Er reist in der Erinnerung zurück in jenen Sommer vor mehr als fünfzig Jahren, den er bei seinem Vater verbrachte. Als in der Nachbarsfamilie ein Unglück geschieht, wird Trond mit seinen eigenen Schuldgefühlen und der verborgenen Vergangenheit seines Vaters konfrontiert, Eifersucht und unerwiderter Liebe. Im verschachtelten Roman, der dem Film zugrunde liegt, baut Autor Per Petterson eine Erzählung in eine weitere Erzählung ein, die wiederum in eine Erzählung mündet. Auf der literarischen Ebene gelingt es ihm virtuos, über den Erzähler Trond, der durch die Zeitreise der Erinnerung führt, die einzelnen Handlungsfäden zusammen zu führen. Auch Hans Petter Molands Adaption vertraut in weiten Teilen auf die Erzählung von Stellan Skarsgård aus dem Off, doch dem Regisseur von so wundervollen schwarzhumorigen Tragikomödien wie EINER NACH DEM ANDEREN oder EIN MANN VON WELT will diese groß angelegte Familientragödie nicht recht gelingen.PFERDE STEHLEN entfaltet einfach nicht die nötige erzählerische Wucht, um wirklich zu berühren. Traumhaft sind allerdings die Naturaufnahmen von Thomas Hardmeier (DIE KARTE MEINER TRÄUME) und Rasmus Videbæk (DER DUNKLE TURM), der dafür den Kamerabären auf der diesjährigen Berlinale erhielt, in denen Moland die Freiheit einer Jugend im ländlichen Idyll in der Mitte des 20. Jahrhunderts aufleben lässt.

Lars Tunçay

Details

Originaltitel: Ut og stjaele hester
Norwegen/Schweden/Dänemark 2019, 100 min
Sprache: Norwegisch, Schwedisch
Genre: Drama
Regie: Hans Petter Moland
Drehbuch: Hans Petter Moland
Kamera: Rasmus Videbæk
Schnitt: Jens Christian Fodstad, Nicolaj Monberg
Musik: Kaspar Kaae
Verleih: MFA+ FilmDistribution
Darsteller: Stellan Skarsgård, Tobias Santelmann, Danica Curcic, Pål Sverre Hagen
FSK: 12
Kinostart: 21.11.2019

Website
IMDB

Vorführungen

Vorführungen

ALLE ANGABEN OHNE GEWÄHR.
Die Inhalte dieser Webseite dürfen nicht gehandelt oder weitergegeben werden. Jede Vervielfältigung, Veröffentlichung oder andere Nutzung dieser Inhalte ist verboten, soweit die INDIEKINO BERLIN UG (haftungsbeschränkt) nicht ausdrücklich schriftlich ihr Einverständnis erklärt hat.