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Union fürs Leben

Der 1. FC Union Berlin ist mehr als eine Fußballmannschaft, der Verein und seine Anhänger haben über viele Jahrzehnte einen Mythos geschaffen. Das Stadion an der Alten Försterei im Osten Berlins ist für viele Menschen ein Stück Heimat geworden.

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„Andere Vereine haben Fans – bei Union haben die Fans einen Verein.“ Diese Selbstbeschreibung des 1. FC Union Berlin umreißt treffend das Phänomen einer ganz besonderen Hingabe. Folgerichtig widmet sich die Doku UNION FÜRS LEBEN weniger dem Geschehen auf dem Platz als vielmehr den „eisernen“ Anhängern des Traditionsvereins aus Köpenick. Es gelingt der Erzählung leichtfüßig und heiter, Sympathie für ihre Hauptfiguren und deren große Begeisterung aufzubauen. Dabei kommen nach und nach Biografien zur Sprache, die unterschiedlicher nicht sein könnten: der zum Dienst als Offizier am antifaschistischen Schutzwall Ausgebildete steht nun neben dem ehemaligen Hippie und dem als einzigem Katholiken seiner Schulklasse Nichtpionier Gebliebenem. Bei genauem Hinsehen ist jedoch die gar nicht prominente Figur des Alexander Grambow vielleicht am interessantesten. An diesem jungen Mann manifestieren sich die den Eisernen gerne zugeschriebenen Qualitäten auf berührende Weise. Wenn Alex sich um seinen gescheiterten Vater sorgt, wird Treue trotz Leiden anschaulich. Wenn er bei den Bemühungen, das Drachenbootteam seiner Unioner Wahlfamilie zum Aufwärmen zu bewegen, schließlich alleine armkreisend auf dem Rasen steht, zeugen die Bilder des Films zugleich von Hartnäckigkeit und Unbekümmertheit.
Dass das Leben einen Kampf mit Auf- und Abstiegen bedeutet, ist diesen Fans vertraut. Auf die heftigen Konflikte mit dem DDR-Staatsapparat verweisen die Archivaufnahmen, von denen man gerne mehr gesehen hätte. Über die Kontroversen um rechte Fans schweigt sich das Werk von Pfeiffer und Rech leider aus. Ihr feiner Blick auf das Selbstverständnis der Protagonisten über Fußballfragen hinaus bietet dennoch sowohl eine Bereicherung für eingefleischte Fans als auch sensible Doku-Unterhaltung.

Anna Stemmler

Details

D 2013, 102 min
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Marten Pfeiffer, Rouven Rech
Verleih: Weltkino
FSK: oA
Kinostart: 03.04.2014

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