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Überleben in Neukölln

Porträts aus einem Bezirk im Umbruch

Porträt eines sich wandelnden Bezirks und seiner schwulen, lesbischen Bewohner*innen.

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„Du brauchst kein Geld – du brauchst nur Mut“, heißt es in einem Song von Juwelia über Berlin, in dem sie vor vielen Jahren kleben geblieben ist. Geld hat sie noch immer nicht, aber den Mut noch nicht verloren. Für das Berlin der mutigen mittellosen Künstler*innen, die aus zu engen Welten fliehen und ihre Träume mitbringen, steht aktuell der Stadtteil Neukölln – mit dem Gespenst der Gentrifizierung bereits in Sichtweite. Unter dem Künstlerinnen-Namen Juwelia betreibt Stefan Stricker dort einen „Laden“, einen offenen Salon für ähnlich Träumende und ähnlich Mutige. Von hier aus gehen Rosa von Praunheim, sein Co-Regisseur Markus Tiarks und die Kamerafrau Elfi Mikesch auf Streifzüge durch den Szenebezirk, was wie so oft bei Praunheim heißt: Sie treffen kreative, verrückte und „perverse“ (Praunheim-Code für „queer“) Menschen, für die Neukölln zwischen Spielotheken, SchwuZ und Food-Manufakturen gerade irgendwie funktioniert, und die bereitwillig aus ihren Biografien erzählen: eine Künstlerin aus Baltimore, eine 89-jährige ehemalige Blumenhändlerin, einen Hip-Hop-Youtuber im Rollstuhl, eine aus Damaskus geflüchtete Singer-Songwriterin, den dauerprotestierenden „Neuköllner Türken“ Aydin Akin, einen Kriegsjournalisten, der mit einem kubanischen Performancekünstler und dessen 16-jährigen Sohn zusammenlebt, die Polittunte Patsy L’Amour la Love und viele andere. Dieses Mosaik der Unangepassten wird immer wieder neu in Juwelias Salon zusammengesetzt, wo Praunheim und Mikesch Musikvideos zu ihren Berlin-Songs drehen und nebenher ihre Biografie weiter erzählen, die schließlich aus Neukölln herausführt, nach Korbach, zum Grab der Eltern. Wo deutlich wird, dass nicht jeder Neuanfang ein Ausradieren der Vorgeschichte bedeuten muss.

Details

Deutschland 2017, 82 min
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Rosa von Praunheim, Markus Tiarks
Drehbuch: Rosa von Praunheim
Kamera: Elfi Mikesch
Schnitt: Mike Shephard
Verleih: missingFILMs
FSK: 12
Kinostart: 23.11.2017

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