
Neue Notiz
U Are the Universe
Brummiger Astronaut
Die Erde explodiert, und der mürrische Astronaut Andriy ist der letzte Mensch im Universum.
Die Einsamkeit des Weltraums - und damit die der Astronaut*innen - ist ein wiederkehrendes Thema im Kino. Imposante Bilder aus der Galaxie und (meist männliche) Raumfahrende, die aus der großen Distanz die Welt betrachten oder sie gleich ganz retten. Auch Astronaut Andriy schwebt allein durchs All. Sein Auftrag ist allerding weniger legendär als die anderer Genre-Held*innen. Er transportiert Atommüll zum Jupitermond Kallisto. „Dirty work for a clean planet“ – lautet das Motto des Arbeitsschutzfilmchens, das zu Beginn im Sowjet-Retro-Look über seine Arbeit aufklärt. Zwei Jahre hin, Atommüllkapseln abschießen, und wieder zwei Jahre zurück. Ein langer Arbeitsweg, auf dem ihn nur KI-Roboter Maxim begleitet. Ausgestattet mit Kontrolle über das Fluggerät, herzig-digitalem Hundeblick, Schachskills und einem Repertoire an mäßigen Witzen ist er dazu programmiert, den Raumfahrenden am Leben und bei Laune zu halten. Doch bei diesem Flug kommt alles anders, denn die Erde explodiert, und der mürrische Andriy ist der letzte Mensch im Universum. Das steckt er erstmal erstaunlich gut weg, bis ihn ein Funkspruch von Catherine erreicht, einer französischen Meteorologin, die auf einem Beobachtungsposten am Saturn festsitzt.
Der ukrainische Regisseur Pawlo Ostrikow greift in seinem Spielfilmdebüt tief in die Genrekisten. Ein bisschen Space-Opus, Komödie und Liebesdrama mit Retro-Touch. Das ist unterhaltsam und macht auch ästhetisch Freude. U ARE THE UNIVERSE behandelt dabei universelle Themen: Einsamkeit, Liebe, das Ende der eigenen Existenz. Auch wenn die Erzählung nicht immer ganz glatt vom komödiantischem in die subtileren psychologischen Gefilde vordringt, wohnt ihr ein eigener Charme inne, vor allem von Volodymyr Kravchuks Spiel getragen, der Andriys brummige Gefühlswelt stets mit einem spitzbübischen Funkeln aufzulockern weiß.
Originaltitel: Ti-Kosmos
Ukraine 2024, 90 min
Sprache: Ukrainisch
Genre: Komödie, Drama, Science Fiction
Regie: Pavlo Ostrikow
Drehbuch: Pavlo Ostrikov
Kamera: Nikita Kuzmenko
Schnitt: Ivan Bannikov, Oleksiy Shamin
Musik: Mykyta Moiseiev
Verleih: Pandastorm
Darsteller: Alexia Depicker, Volodymyr Kravchuk, Daria Plakhtii
FSK: 12
Kinostart: 04.09.2025
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