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Leere Straße. Mehr leere Straße.

Alma ist 15 und wohnt im entlegenen norwegischen Skoddeheimen. Prominentester Ort des Films ist die Bushaltestelle, an der Alma und ihre Freundinnen sitzen und vom Weggehen träumen. Almas beste Freundin Sara will nach Texas und dort gegen die Todesstrafe demonstrieren. Alma dagegen flüchtet sich in Tagträume, die vor allem um eins kreisen: Sex. Und um Artur, den Jungen in den sie verliebt ist.

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Alma ist 15 und wohnt im entlegenen norwegischen Skoddeheimen, einem winzigen Ort, den sie folgendermaßen zusammenfasst: Berg. Leere Straße. Mehr leere Straße. Leere Straße mit einem Traktor. Dumme Schafe, dumme Heuballen, dumme Trampolinmädchen. Prominentester Ort des Films ist die Bushaltestelle, an der Alma und ihre Freundinnen sitzen und auf den Schulbus warten oder einfach nur so sitzen und vom Weggehen träumen. Almas beste Freundin Sara will nach Texas und dort gegen die Todesstrafe demonstrieren. Verlieben will sie sich lieber nicht, die Gefahr in Skoddeheimen hängen zu bleiben ist einfach zu groß. Alma dagegen flüchtet sich in Tagträume, die vor allem um eins kreisen: Sex. Und um Artur, den Jungen in den sie verliebt ist. In Almas skurril inszenierten Fantasien gehen Alltag, purer Sex und romantisches Händchenhalten im Wald nahtlos ineinander über. Und als Alma und Artur dann auf einer Party schweigend nebeneinander vor der Tür stehen, Artur seinen Schwanz herausholt und sie damit einfach so anstupst, ist für den Zuschauer nicht ganz klar, ob das nun gerade wirklich passiert ist, oder ob Alma es sich nur vorgestellt hat. Für Almas Freundinnen dagegen ist die Sache eindeutig: Alma lügt. Von nun an ist Alma „Schwanz-Alma“ und Skoddeheimen noch ein Stück einsamer und trostloser.
Thematisch erinnert das Spielfilmdebüt der Norwegerin Jannicke Systad Jacobsen ein bisschen an Lukas Moodyssons FUCKING AMAL (RAUS AUS AMAL), aber die Tonlage ist viel weniger mainstream, mehr offbeat, überraschend, verschmitzt, auch ein bisschen nostalgisch. Und im Gegensatz zu Moodyssons Tomboy Agnes ist Alma ein Wesen voller Widersprüche. Ständig denkt sie an Sex und ist doch zugleich hoffnungslos romantisch, verträumt und taff, verpeilt und schlagfertig.

Hendrike Bake

Details

Originaltitel: Fa meg pa, for faen
Norwegen 2012, 76 min
Genre: Komödie
Regie: Jannicke Systad Jacobsen
Drehbuch: Jannicke Systad Jacobsen, Olaug Nilssen
Kamera: Marianne Bakke
Schnitt: Zaklina Stojcevska
Musik: Ginge Anvik
Verleih: W-Film
Darsteller: Helene Bergsholm, Malin Bjørhovde, Henriette Steenstrup, Beate Støfring, Matias Myren
FSK: 12
Kinostart: 08.05.2014

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