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Truly Naked

Vater im Pornobusiness

Der 17-jährige Alec weiß mehr als die meisten seiner Altersgenossen über Sex, denn sein Vater verdient sein Geld mit Internet-Pornos.

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Alec (Caolán O’Gorman) könnte ein ganz normaler Teenager sein. Vor kurzem ist der 17-Jährige mit seinem Vater Dylan (Andrew Howard) umgezogen, eine Mutter gibt es nicht mehr. Daraus ließe sich eine charmante Coming-of-Age-Sozialstudie basteln. Doch im Spielfilmdebüt der niederländischen Regisseurin Muriel d’Ansembourg geht es gleich zu Beginn ans Eingemachte: In der ersten Szene filmt Alec einen Porno, in dem Dylan die Hauptrolle spielt. Für die beiden ist es Alltag, sie leben vom Geschäft mit Sex im Internet. Früher war Dylan in der Branche vielleicht mal jemand, jetzt produziert er gemeinsam mit seinem Sohn kleine, dreckige Filmchen in ihrer Wohnung. Das Geld ist knapp, ständig muss neuer Content her, um die Zuschauerzahlen zu steigern. Als Alec in der Schule ein Referat zum Thema Online-Sex-Sucht halten soll, bringt ihn die Lehrerin für das Projekt mit Nina (Safiya Benaddi) zusammen. Schon bald kommt die Klassenkameradin dahinter, dass Alec sich besser auskennt, als ihm selbst lieb ist. Eine der vielen Stärken von TRULY NAKED ist, wie im Gegensatz zu den harten Bildern der von Alec erstellten Pornovideos aus dem schüchternen Flirt eine zarte Romanze entsteht. Nina, frech, unabhängig und mit klarer Haltung, eröffnet Alec eine neue Perspektive: die Möglichkeit eines Lebens jenseits der verqueren häuslichen Zustände und der engen Abhängigkeit zwischen Sohn und Vater.
Während die Pornodreharbeiten im grellen Licht der Scheinwerfer stilisiert und provokant wirken, wird es trostlos um Alec, sobald die Szenen abgedreht sind. Dylan will zwar nur das Beste für seinen Sohn, weiß sich jedoch selbst nicht zu helfen, und seine Unfähigkeit, einen Neuanfang zu wagen, setzt beide zunehmend unter Druck. Muriel d’Ansembourg beobachtet die Konflikte, die sich aus dieser Konstellation ergeben, mit einem wachen, empathischen Blick.

Pamela Jahn

Details

Niederlande/Belgien/Frankreich 2026, 102 min
Sprache: Englisch
Genre: Coming of Age
Regie: Muriel d’Ansembourg
Drehbuch: Muriel d'Ansembourg
Kamera: Myrthe Mosterman
Schnitt: Emiel Nuninga
Musik: Evgueni Galperine, Sacha Galperine
Verleih: Capelight
Darsteller: Caolán O'Gorman, Andrew Howard, Alessa Savage, Safiya Benaddi, Lyndsey Marshal
FSK: 16
Kinostart: 11.06.2026

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