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Trümmermädchen – Die Geschichte der Charlotte Schumann

Knallharter Nachkriegsfeminismus

Deutschland 1946. Charlotte ist schwanger, aber Kriegsheimkehrer Ludwig will nicht von einem Kind wissen. Mit dem Geld, das er Charlotte für eine Abtreibung gibt, macht sie einen „Fräuleinkurs“ bei der Schauspielerin Gloria und lernt weibliche Selbstermächtigung.

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Deutschland 1946. Die junge Charlotte (toll: Laura Balzer), die aus dem Off zu den Filmzuschauerinnen, ihren „Schwestern“, spricht, ist schwanger. Ludwig, Kriegsheimkehrer und werdender Vater, will allerdings weder von ihr noch von dem gemeinsamen Kind etwas wissen – und gibt ihr Geld für die Abtreibung. Doch Charlotte meldet sich zum „Fräuleinkurs“ bei Gloria Deven (Valery Tscheplanova) an, die in der Nazizeit eine erfolgreiche Schauspielerin war und jetzt Arbeitsverbot hat. Im geheimnisvollen Theater „Proto“ widmet sich die harsche Gloria jungen Frauen und bringt ihnen auf tabu- und rücksichtslose Art bei, was sie tun müssen, damit Männer sie „endlich sehen“. In Wahrheit geht es Gloria aber um Bedeutenderes: weibliche Selbstermächtigung. Zwischen den fünf Kursteilnehmerinnen entwickelt sich schwesterliche Solidarität. Schon bald skandieren sie Glorias Slogan: „Keine Skrupel, keine Gnade mit Männern!“

Mit TRÜMMERMÄDCHEN – DIE GESCHICHTE DER CHARLOTTE SCHUMANN, der bei den Hofer Filmtagen 2021 seine Premiere feierte, legt Oliver Kracht seinen Abschlussfilm vor, für dessen Drehbuch er den Thomas-Strittmatter-Preis gewann. Kracht bricht mit allen Erwartungen an Geschichten über „Trümmerfrauen“ und inszeniert ein theatrales Feuerwerk zwischen Farb- und Schwarzweißfilm, Gestern und Heute, Archivaufnahmen und Metaebenen, auf denen Filmcharaktere plötzlich das Drehbuch lesen. Wenn der „Schwesternbund“ der fünf jungen Frauen bunte, emanzipatorische Parolen an die Wände der Stadt sprüht, stellt sich die Frage, was passiert wäre, hätte man die „Trümmerfrauen“ nach dem Krieg nicht in eine patriarchalische Gesellschaft zurückgedrängt. TRÜMMERMÄDCHEN zeigt knallharten Feminismus im Nachkriegsdeutschland – nicht selten grotesk, gewaltbereit und gewöhnungsbedürftig, aber vor allem: genial.

Stefanie Borowsky

Details

Originaltitel: Trümmermädchen
Deutschland 2021, 123 min
Genre: Historienfilm, Drama
Regie: Oliver Kracht
Drehbuch: Oliver Kracht
Kamera: Marvin Schatz
Schnitt: Petja Nedeltscheva
Verleih: UCM.One
Darsteller: Laura Balzer, Valery Tscheplanowa, Anna Gesa-Raija Lappe, Katja Hutko, Lara Feith, Lena Urzendowsky
FSK: 16
Kinostart: 24.03.2022

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