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Tina

Zurückhaltendes Porträt

Dokumentarfilm über das Leben und die Karriere von Annie Mae Bullock, besser bekannt als Tina Turner. Tina erzählt selbst von den Höhepunkten, aber auch von den dunklen Punkten ihres Lebens.

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Zu Beginn des Films über ihre Karriere sitzt Tina Turner im schwarzen Tuxedo in einem Sessel und sagt: „Ich rede nicht gern über mein Leben, weil es kein schönes Leben war. Es gab gute Momente, aber sie wiegen die schlechten nicht auf.“ Dann erzählt sie doch noch einmal die Geschichte, die sie eigentlich nie wieder erzählen wollte: von der Gewalt durch Ike Turner, den Bandleader, Gitarristen und Produzenten, der aus der 17-jährigen Anna Mae Bullock den Star Tina Turner machte.
Seit ihrem ersten Hit „A Fool in Love“ (1960) bildeten Ike und Tina Turner für die Öffentlichkeit eines der dynamischsten Pop-Paare. Aber hinter den Kulissen war Ike ein brutaler Schläger, der Tina psychisch und körperlich misshandelte. Tina verließ Ike 1976. Bei der Scheidung behielt Ike sämtliche Songrechte und das gesamte Vermögen. Tina ließ sich gerichtlich bestätigen, dass sie den Namen Tina Turner weiter benutzen durfte. 1981 gab sie dem Glamour-Magazin „People“ ein viel beachtetes Interview, in dem sie den Missbrauch und die Gewalt durch Ike öffentlich machte. Zu der Zeit war ihre Karriere weiter am Boden, als der Film es zeigt.
Aber sie wollte die erste schwarze Stadionrocksängerin werden und schaffte das schließlich mit Hilfe von europäischen Produzenten, die das Potential in ihr erkannten, und sie zunächst den Eurotrash-Song „What’s Love Got to Do with It?“ von Buck’s Fizz covern ließen. Tina Turner machte daraus einen feministischen Torch-Song und begann eine zweite Karriere als Rocksängerin, die gekrönt war von Auftritten vor 180.000 Fans in Rio und einer Rolle als Kampfgöttin in MAD MAX: BEYOND THE THUNDERDOME. Der Dokumentarfilm TINA erzählt zurückhaltend und liebevoll über Tina Turner. Aber hinter dem Missbrauch durch Ike verschwindet auch das Hauptwerk von Tina Turner mit Ike, von den frühen Soulstompern der sechziger bis zu den Rock-Coverversionen der frühen siebziger Jahre. Die Frage drängt sich auf, was in einer weniger brutalen, patriarchalen und rassistischen Welt aus ihrer Musik hätte werden können. Anspieltipp: „Bold Soul Sister“, Ike and Tina Turner, 1969.

Tom Dorow

Details

USA 2021, 118 min
Genre: Dokumentarfilm, Porträt, Musikfilm
Regie: Daniel Lindsay, T.J. Martin
Drehbuch: T.J. Martin, Daniel Lindsay
Kamera: Dimitri Karakatsanis, Megan Stacey
Schnitt: Taryn Gould, Carter Gunn, T.J. Martin
Musik: Danny Bensi, Saunder Jurriaans
Darsteller: Tina Turner, Angela Bassett, Carl Arrington
Kinostart: 13.06.2021

Vorführungen

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