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Animals – Stadt Land Tier

Fehlende Puzzleteile

Ungereimtheiten, Irritationen, Fragezeichen und Irrwege. Sprechende Tiere und mysteriöse Zufälle: Auf den Spuren David Lynchs erzählt ANIMALS von einem Paar in einer Beziehungskrise.

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Die Ausgangslage ist ganz alltäglich: Die Kinderbuchautorin Anna und der Koch Nick stecken in einer Ehekrise, weil Nick mit der Nachbarin schläft. Um ihre Beziehung zu retten, mieten die Wiener eine Schweizer Alphütte. Anna will hier ein Buch für Erwachsene schreiben, Nick sammelt in der Region neue Rezepte. Doch von Anfang an macht der polnische Regisseur Greg Zglinski klar, dass die Zuschauer sich auf Unkonventionelles und Mysteriöses einstellen sollten: In der Eröffnungsszene springt eine Frau aus dem Fenster. Man hört den Aufprall, doch als die Kamera nach unten schwenkt, liegt dort kein Körper und der Betrieb auf dem Gehweg läuft unbeeindruckt weiter.
ANIMALS steckt voller Ungereimtheiten, Irritationen und Fragezeichen, die sich bis zum Ende nicht auflösen, auch wenn man immer mutmaßt, des Rätsels Lösung ganz dicht auf der Spur zu sein. Einmal spricht Nick mit Anna, die einen Schnitt später plötzlich im Nebenraum steht. Was die titelgebenden Tiere bedeuten, die leitmotivisch immer wieder auftauchen (darunter eine sprechende Katze), bleibt nebulös. Auch in Wien, wo die junge Mischa die Wohnung des Ehepaars hütet, geschieht Merkwürdiges: Ein Arzt hat erst neun Finger, dann zehn, und immer wenn Mischa eine verschlossene Tür am Ende des Flurs öffnen will, klingelt es. Im Schweizer Feriendomizil gibt es ebenfalls eine zugesperrte Tür, hinter der irgendetwas verborgen liegt. Die verschlossenen Türen werden nie geöffnet und stehen quasi stellvertretend für die Unergründlichkeit der Handlung und die vielen Verwirrspiele, die bis zuletzt keinen klaren Sinn ergeben. Auf den Pfaden eines David Lynch funktioniert Zglinskis Vexierspiel vor allem über die Atmosphäre und erweist sich als stilistisch reizvolles Psychopuzzle mit fehlenden Teilen.

Christian Horn

Details

Originaltitel: Tiere
Polen/Schweiz/Österreich 2017, 95 min
Genre: Drama, Mysterie
Regie: Greg Zglinski
Drehbuch: Greg Zglinski
Kamera: Piotr Jaxa
Schnitt: Karina Ressler
Verleih: Film Kino Text
Darsteller: Mehdi Nebbou, Birgit Minichmayr, Philipp Hochmair, Michael Ostrowski, Mona Petri
FSK: 12
Kinostart: 16.11.2017

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