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The Zero Theorem

Beware of the Management

Abgeschottet von der anstrengenden Realität geht Computergenie Qohen Leth (Christoph Waltz) in einer umfunktionierten Kirche seiner Arbeit nach. Die enigmatische Chefetage hat ihn damit beauftragt, das Zero Theorem zu lösen, eine gigantische Gleichung, an deren Ende eine Null steht.

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In einer knallbunten und vollends reizüberfluteten Zukunft ist eine Kirche längst kein Ort mehr, um spirituellen Kontakt zum göttlichen Erzeuger zu suchen. Stattdessen wurde der ausgebrannte Sakralbau vom glatzköpfigen Computergenie Qohen Leth (Christoph Waltz) zu einem Wohnbüro umfunktioniert, das er mit Ratten, Vögeln und dem gelegentlichen menschlichen Besucher teilt. Abgeschottet von der anstrengenden Realität geht der Außenseiter seiner Arbeit nach. Die enigmatische Chefetage hat ihn damit beauftragt, das Zero Theorem zu lösen, eine gigantische Gleichung, an deren Ende eine Null steht. Neben der frenetischen Suche nach dem mathematischen Beweis für die Nichtigkeit der Existenz wartet Qohen seit Jahren auf einen mysteriösen Anruf, der seinem eigenen Dasein Zweck versprechen soll. Mit seinem neuen Film findet Terry Gilliam eindrucksvoll zu alter Stärke zurück. 30 Jahre nachdem ihm mit BRAZIL ein Meilenstein des dystopischen Science-Fiction gelang, knüpft der Regisseur an dessen geistiges Erbe an und präsentiert ein weiteres komplexes, chaotisches und kreatives Werk. Mit seiner gewohnt extravaganten Optik aus überladenen Kulissen, kitschigen Kostümen und schrägen Kamerawinkeln kreiert Gilliam eine fantastische Zukunft, in der sich die existenzielle Krise seines neurotischen Protagonisten entfaltet. Hinter der akribisch gestalteten Fassade aus sinnbefreiten Knöpfen, Tönen und Bildschirmen verstecken sich skurrile Details und philosophische Ansätze, die höchstens auf den ersten Blick komisch sind. So exzentrisch und realitätsfern die Welt von „The Zero Theorem“ auch wirken mag, am Ende fragt man sich, wie weit wir noch von einer Gesellschaft entfernt sind, die ihre psychiatrischen Diagnosen per künstlicher Intelligenz anstellen lässt und den Sinn des Lebens in Neo-Religionen wie der „Church of Batman“ sucht.

Timo Löhndorf

Details

USA/Großbritannien 2013, 107 min
Sprache: Englisch
Genre: Drama, Fantasy, Science-Fiction
Regie: Terry Gilliam
Drehbuch: Pat Rushin
Kamera: Nicola Pecorini
Schnitt: Mick Audsley
Musik: George Fenton
Verleih: Concorde Filmverleih
Darsteller: Tilda Swinton, Matt Damon, David Thewlis, Christoph Waltz, Ben Whishaw, Mélanie Thierry, Lucas Hedges
FSK: 12
Kinostart: 27.11.2014

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