
Neue Notiz
The Smashing Machine
Verzweifelte Muskelberge
Dwayne Johnson spielt den den Mixed-Martial-Arts-Kämpfer Mark Kerr, einen Star der Szene in den neunziger Jahren. Das Sportdrama zeigt seinen Kampf mit der Abhängigkeit von Schmerzmitteln und den Folgen des Entzugs.
Benny Safdies THE SMASHING MACHINE gewann beim Filmfestival in Venedig den Silbernen Löwen. Nach wahren Begebenheiten spielt der Ex-Wrestler Dwayne Johnson den Mixed-Martial-Arts-Kämpfer Mark Kerr, einen Star der Szene in den neunziger Jahren, bevor der Kampfsport in den USA populär wurde. Kerr kämpfte selten in den USA, öfter in Brasilien, wo der Sport als „Vale Tudo“ schon seit den zwanziger Jahren populär ist, und in Japan. Viel Geld gibt es nicht zu verdienen, der Hauptpreis, um den Mark Kerr in Japan kämpft, sind 200.000 Dollar. Safdie hält sich nicht lange mit den Erfolgen Mark Kerrs auf. Nach etwa 20 Minuten erleidet der ehemalige Ringer seine erste Niederlage, und von da an geht es vor allem ums Verlieren und dessen Folgen.
THE SMASHING MACHINE spielt mit dem Kontrast zwischen Dwayne Johnsons/Mark Kerrs Muskelbergen und seiner brachialen Kampftechnik einerseits – Kerr ringt seine Gegner zu Boden und schlägt auf sie ein, bis sie ohnmächtig sind – und andererseits seiner sanften, leisen Stimme, seiner Boy-Next-Door-Höflichkeit, und seiner hemmungslosen Verzweiflung nach der Niederlage. Kerrs Abhängigkeit von Schmerzmitteln erscheint vor allem als Hindernis bei der Karriere. Die Nachwirkungen des Entzugs dagegen – der permanente Schmerz, die schlechte Laune, die Wutausbrüche und die Unfähigkeit, sich zu entspannen – werden zum Kern des inneren Kampfes, dem Kerr sich stellen muss.
Safdies Film bietet Dwayne Johnson, der zwar von 2019 bis 2022 und 2024 der bestbezahlte Hollywood-Star war, aber als Schauspieler kaum ernstgenommen wurde, die Gelegenheit, sich in einer psychologisch komplexen Rolle zu zeigen. Dass Johnson die Rolle meistert, überrascht offenbar so sehr, dass das Sportdrama mit einer exzellenten, nervösen Kamera von Maceo Bishop (UNCUT GEMS) ein wenig überschätzt wird.
USA 2025, 123 min
Genre: Drama, Biografie, Sportfilm
Regie: Benny Safdie
Drehbuch: Benny Safdie
Kamera: Maceo Bishop
Verleih: Leonine Distribution
Darsteller: Dwayne Johnson, Emily Blunt, Paul Lazenby, Marcus Aurelio
Kinostart: 02.10.2025
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