
Neue Notiz
The Love That Remains
Familie im Wind
Immer wieder brechen sich kleine, surreale Momente Bahn, die von Gewalt und Eros erzählen, von der Brüchigkeit des Alltags, von Endlichkeit.
Ist das Kunst oder ist das Film? In Hlynur Pálmasons THE LOVE THAT REMAINS sind die Übergänge fließend. Immer wieder filmt Pálmason die Arbeit auf dem Hochseetrawler, auf dem Magnús (Sverrir Guðnason) arbeitet. Winden wickeln das schwere Tauwerk auf und ab, lassen die Schleppnetze zu Wasser, ziehen sie wieder ins Boot. Die Männer verhaken Karabiner, legen die knallgelbe Regenkluft an, beobachten die Dünung. Das Wetter wechselt. Alltag für Maggi und ein Seegedicht für sich. Anna (Saga Garðarsdóttir) arbeitet an Land als Künstlerin an überlebensgroßen Leinwänden, die sie in der Landschaft auslegt, mit Formen aus gefrästem Eisen belegt und dann wartet, bis bei Wind und Wetter Rost und Abrieb in die Bilder sickern. Der Prozess schreibt sich in ihre Kunst und in den Film ein. Das isländische Licht verzaubert jede Einstellung.
Eigentlich sind Anna und Maggi getrennt, aber die tägliche Routine läuft irgendwie trotzdem weiter wie zuvor. THE LOVE THAT REMAINS zeigt das familiäre Zusammenleben in Vignetten über den Lauf eines Jahres. Anna, Maggi und ihre drei Kinder – Teenagerin Ída und die Zwillinge Grímur und Þorgils – suchen Beeren und sehen fern, essen gemeinsam und zanken sich um den Abwasch. Anna und die Kinder arbeiten an Annas Kunstwerken. Ein Galerist schaut vorbei. Die Kinder strolchen herum, unterhalten sich über die Zukunft, über Sex und den Tod. Hütehund Panda schaut zu und erhielt dafür den Palme Dog – den Preis für den besten Filmhund in Cannes 2025. Die Bilder strahlen ein häusliches Glück aus, das die Personen selbst nicht mehr wahrnehmen.
Immer wieder brechen sich kleine, surreale Momente Bahn, die von Gewalt und Eros erzählen, von der Brüchigkeit des Alltags, von Endlichkeit. Ein aggressiver Hahn schleicht sich in Maggis Träume, eine Rachefantasie von Anna nimmt physische Gestalt an. Es sind winzige Begebenheiten, ein Blinzeln, bei dem man aus den Augenwinkeln eines Abgrunds gewahr wird.
Originaltitel: Ástin sem eftir er
Island/ Dänemark/ Schweden/ Frankreich 2025, 109 min
Sprache: Isländisch, Englisch, Französisch
Genre: Drama, Familienfilm, Komödie
Regie: Hlynur Pálmason
Drehbuch: Hlynur Pálmason
Kamera: Hlynur Pálmason
Schnitt: Julius Krebs Damsbo
Musik: Harry Hunt
Verleih: Plaion Pictures
Darsteller: Saga Garðarsdóttir, Sverrir Guðnason, Ída Mekkín Hlynsdóttir, Grímur Hlynsson, Þorgils Hlynsson, Ingvar Sigurðsson
Kinostart: 18.06.2026
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The Love That Remains
(Ástin sem eftir er) | Island/ Dänemark/ Schweden/ Frankreich 2025 | Drama, Familienfilm, Komödie | R: Hlynur Pálmason | Interview
Immer wieder brechen sich kleine, surreale Momente Bahn, die von Gewalt und Eros erzählen, von der Brüchigkeit des Alltags, von Endlichkeit.
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