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The King of Staten Island

Raus aus der Schlafvorstadt

Wer in Staten Island aufwächst, will vor allem weg - außer er ist wie der 24jährige Scott, der so lethargisch ist, dass er mit regelmäßigen Joints und Abenden vor dem Computer zufrieden ist.

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Schon der Titel ist pure Ironie: König von Staten Island, dem Schlafvorort Manhattans, was soll das sein? Nur ein paar Kilometer ist die Insel vom Glamour der Metropole entfernt und liegt doch in einer anderen Galaxie. Wer hier aufwächst, will vor allem weg, außer er ist wie der 24jährige Scott, der so lethargisch ist, dass er mit regelmäßigen Joints und Abenden vor dem Computer zufrieden ist. Ein typischer Judd Apatow-Held also, der diesmal von Pete Davidson gespielt wird. In Amerika ist Davidson inzwischen leidlich bekannt, tritt als Stand Up Comedian auf und hat geschafft, was Scott anfangs noch nicht einmal versucht: von Staten Island zu entkommen.
THE KING OF STATEN ISLAND basiert auf einem von Davidson geschriebenem Drehbuch, das lose autobiografisch ist und eine Art alternative Version erzählt, die Version von Davidsons Leben, in der er nicht sein Talent für Komik entdeckt hätte. Sowohl Pete als auch Scott haben am elften September ihren Vater verloren, der Feuerwehrmann war und in den Türmen des World Trade Centers ums Leben kam. Dieses tragische Erlebnis belastet und dient lange als Ausrede für seltsames Verhalten. Im Film lebt Scott noch bei seiner Mutter (Marisa Tomei), bis diese einen neuen Mann kennenlernt, der ausgerechnet auch ein Feuerwehrmann ist.
Wie Scott durch diese einschneidende Veränderung aus seinem Trott ausbricht, erzählt Apatow als klassische Selbstfindungsgeschichte. Nicht mehr so brachial klamaukig wie in seinen früheren Filmen, stattdessen mit einem Hang zum Sentimentalen, der fast kitschig wirkt. Dass das funktioniert ist vor allem der ganz eigenen Präsenz von Pete Davidson zu verdanken, der mit seinen unzähligen Tattoos und seinem Durchschnittsgesicht so normal wirkt, wie man in einem Hollywood-Film wirken kann. Am Ende ist er dann vielleicht nicht der König seiner Insel, hat es aber zumindest geschafft, endlich einmal die Fähre nach Manhattan zu nehmen. Und wie man aus vielen Filmen weiß, ist das oft der Beginn einer großen Reise.

Michael Meyns

Details

USA 2020, 136 min
Genre: Biografie, Drama, Komödie
Regie: Judd Apatow
Drehbuch: Judd Apatow, Pete Davidson, Dave Sirus
Kamera: Robert Elswit
Schnitt: William Kerr Brian, Scott Olds
Verleih: Universal Pictures
Darsteller: Marisa Tomei, Steve Buscemi, Pete Davidson, Bill Burr
FSK: 12
Kinostart: 30.07.2020

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