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The Green Knight

Panorama der Träume

David Lowery (GHOST STORY) hat sich das seltsame Epos „Sir Gawain and the Green Knight“ vorgenommen und daraus einen noch seltsameren, hypnotischen Film gemacht, der visuell an den deutschen Expressionismus und die Filme von Carl Theodor Dreyer erinnert.

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Seit 40 Jahren und John Boormans EXCALIBUR (1981) gab es keinen ernstzunehmenden Film aus dem Kosmos der Artus-Sagen mehr, lediglich ein paar Krawallfilme wie KING ARTHUR: LEGEND OF THE SWORD von Guy Ritchie. David Lowery, der mit A GHOST STORY einen der faszinierendsten Filme der letzten Jahre gedreht hat, hat nun das Versepos „Sir Gawain and the Green Knight“ aus dem 14. Jahrhundert adaptiert. Wer allerdings ein pralles, heroisches Fantasy-Abenteuer erwartet, wird von THE GREEN KNIGHT eher enttäuscht sein. Dazu ist THE GREEN KNIGHT zu schräg und zu morbide.

Die Legende vom Grünen Ritter ist eine Initiationsgeschichte und ursprünglich relativ schlicht: Der junge Gawain hat noch keine Abenteuer erlebt. Als Initiation in das Rittertum muss er sich der Herausforderung eines riesigen grünen Ritters stellen, der plötzlich in der Tafelrunde erscheint. Gawain hat einen Schlag mit Arthurs Schwert Excalibur frei, aber ein Jahr später muss Gawain sich dem Ritter erneut in der „Grünen Kapelle“ stellen, wo dieser den gleichen Schlag gegen ihn führen wird. Gawain schlägt dem Ritter den Kopf ab. Der grüne Ritter setzt den Kopf wieder auf, erinnert an die Bedingung und zieht sich zurück. Ein Jahr später bricht Gawain auf, um die Grüne Kapelle zu finden, und erlebt unterwegs zahlreiche Abenteuer.

In Lowerys Adaption wird aus der Aventiure eine Seelenreise, die nur im Untergang enden kann, und das gleich mehrmals tut. Gawain (Dev Patel) fällt unter die Räuber (oder sind das bösartige übernatürliche Wesen?) und stirbt gefesselt im Wald. Die Kamera schwenkt im Kreis, wobei immer mehr Grün ins Bild kommt, und der eben noch verweste Gawain ist wieder lebendig und weiß sich zu befreien. Eben noch waren seine Waffen, ein Schwert und eine Axt, verschwunden, dann sind sie auf magische Weise wieder da. Vielleicht ist das ganze Abenteuer nur eine Illusion, von Gawains Mutter, die hier an die Figur Morgana le Fey angelehnt ist – die allerdings auch noch in einer anderen Figur auftaucht, herbeigezaubert. An irgendeine Form der „Ritterlichkeit“ scheint Lowery jedenfalls nicht zu glauben. Zahlreiche magische und christliche Symbole tauchen auf, aber für Gawain, der in einigen Versionen der Artuslegende der Erbe des Königs wird, der das Land wieder an die Sachsen verliert, sind alle Ausgänge dieses Abenteuers eine Katastrophe. In wuchtigen Bildern, die unter anderem an deutschen Expressionismus und die Malerei der Präraffaeliten erinnern, hat Lowery ein Panorama der Träume des 14. Jahrhunderts gedreht.

Tom Dorow

Details

USA/Irland 2020, 125 min
Sprache: Englisch
Genre: Fantasy
Regie: David Lowery
Drehbuch: David Lowery
Kamera: Andrew Droz Palermo
Musik: Daniel Hart
Verleih: Telepool
Darsteller: Dev Patel, Alicia Vikander, Joel Edgerton, Sean Harris, Sarita Choudhury
FSK: 16
Kinostart: 29.07.2021

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The Green Knight

USA/Irland 2020 | Fantasy | R: David Lowery | FSK: 16

David Lowery (GHOST STORY) hat sich das seltsame Epos „Sir Gawain and the Green Knight“ vorgenommen und daraus einen noch seltsameren, hypnotischen Film gemacht, der visuell an den deutschen Expressionismus und die Filme von Carl Theodor Dreyer erinnert.

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