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Teresa – Ein Leben zwischen Licht und Schatten

Wüstes Psychodrama

Zu „Hard Rock Hallelujah“ tanzen delirierende Nonnen und hadern mit Seele, Körper und Geist. Dass Religion vor allem eine sexuelle Erfahrung ist, steht nie außer Frage.

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Die nordmazedonische Regisseurin Teona Strugar Mitevska hat einen eigenartigen Film über Mutter Teresa gedreht, die wie Mitevska selbst in Skopje und unter dem Namen Agnes Gonxha Bojaxhiu aufgewachsen ist. Nun sind die meisten Nonnenfilme, von BLACK NARCISSUS bis zu BENEDETTA, eigenartig und kinky, aber selten werden die Obsessionen direkt an einer noch nicht allzu lang verstorbenen Friedensnobelpreisträgerin durchexerziert.

Der Film spielt 1948. Mutter Teresa (Noomi Rapace) ist 38 und Oberin der Loretoschwestern in Kalkutta. Sie wartet auf die Genehmigung des Vatikans, ihren eigenen Orden zu gründen. In den sieben Tagen, bevor Mutter Teresa ihre Genehmigung erhält und zu ihrer Mission aufbricht, findet ein wüstes Psychodrama statt. Ihre designierte Nachfolgerin, Schwester Agnieszka, ist schwanger. Agnieszka und Teresa hatten ein enges Verhältnis, eigentlich wollten sie gemeinsam auf Mission gehen. Mutter Teresa ist erschüttert, sie versteht Agnieszkas Schwangerschaft als buchstäblichen Betrug. Agnieszka erwägt eine Abtreibung, und der Beichtvater des Ordens, Pater Friedrich, hält das nur in dem Fall, wenn eine Frau zum Schwangerschaftsabbruch gezwungen wird, für eine Sünde. Mutter Teresa sieht das anders. Sie verstößt Agnieszka, mit extremen Konsequenzen. Mutter Teresa beginnt zu halluzinieren.

Teona Strugar Mitewski will das ganz große Kino mit spektakulären Bildern und hat ihren Film mit einem Soundtrack unter anderem von der finnischen Eurovisionsband „Lordi“ unterlegt. Zu „Hard Rock Hallelujah“ tanzen delirierende Nonnen und hadern mit Seele, Körper und Geist. Dass Religion vor allem eine sexuelle Erfahrung ist, steht nie außer Frage. Mitevska sagte im Interview mit Europa Cinemas, sie wolle Mutter Teresa als „Punk“ sehen. Die echte Mutter Teresa verstand Abtreibung als „den größten Zerstörer des Friedens“.

Tom Dorow

Details

Originaltitel: Mother
Belgien/Nordmazedonien 2025, 104 min
Genre: Drama, Biografie
Regie: Teona Strugar Mitevska
Drehbuch: Goce Smilevski, Teona Strugar Mitevska, Elma Tataragic
Kamera: Virginie Saint Martin
Schnitt: Per K. Kirkegaard
Musik: Magali Gruselle, Flemming Nordkrog
Verleih: Vuelta Germany
Darsteller: Noomi Rapace, Sylvia Hoeks, Nikola Ristanovski, Ekin Corapci
Kinostart: 04.12.2025

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