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Talea

Zarte Pflanze Beziehung

Nach einem Streit in der Pflegefamilie büchst die 14-Jährige Jasmin aus, läuft zu ihrer Mutter Eva und überredet sie, mit ihr übers Wochenende in das Dorf von Evas Großeltern zu fahren. Dort kommen sich die beiden näher und beginnen eine fragile zueinander aufzubauen.

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Während sich alle auf den Sommerurlaub in Italien freuen, will Jasmin (Sophie Stockinger) nur eins: die Nähe zu ihrer Mutter Eva (Nina Proll), die gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde. Nach einem Streit in der Pflegefamilie büchst die 14-Jährige aus, läuft zu ihrer Mutter und überredet sie, mit ihr übers Wochenende in das Dorf von Evas Großeltern zu fahren. Dort kommen sich die beiden näher und beginnen eine – ausgesprochen fragile - Beziehung zueinander aufzubauen. Während die eine noch erwachsen werden muss, muss die andere wieder ins Leben zurückfinden. Ihre Beziehung ist vom steten Tausch der Rollen bestimmt. Einmal ist Jasmin die erwachsenere der beiden, zum Beispiel wenn sie die Reise bezahlt. Dann ist sie wieder das Kind, das krampfhaft den Kontakt zur Mutter sucht, von der sie im Zug mit einer Decke zudeckt wird. Dann wieder ist es Eva, die Jasmin anbettelt, abends mit ihr in die Disko zu gehen. Auf beiden Seiten steht ein Suchen nach sich selbst, nach der anderen – mal sachte tastend, mal herausfordernd. Der Titel TALEA kommt aus dem italienischen und bedeutet Setzling. Die Mutter-Tochter-Beziehung ist so ein zarter, frisch gepflanzter Setzling und der Zuschauer beobachtet ängstlich, ob sie auch Wurzeln schlägt und gedeiht. Das Experiment kann jederzeit durch unbeabsichtigte Rahmenbedingungen gestört werden – etwa durch jenen Mann, der Interesse an Eva zeigt und der auch herausfindet, dass Jasmin als vermisst gilt. Ruhig, vorsichtig, in gedämpften Farben und mit einem feinen Gespür für Stimmungen erzählt die Haneke-Schülerin Katharina Mückenstein in ihrem beeindruckenden Regie-Debüt vom langsamen Erstarken der kleinen Pflanze Beziehung. Besonders schön: der Indie-Soundtrack von Tirana und Alessandro Mannarino.

Franziska Gleininger

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