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Sumé – The Sound of a Revolution

Politische Popgeschichte

SUMÉ – SOUND OF A REVOLUTION erinnert an die grönländische Rockband Sumé, die 1973 die erste Platte in grönländischer Sprache veröffentlichte und zum Sprachrohr der grönländischen Autonomiebewegung wurde.

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Wer über Kolonialismus redet, denkt normalerweise an die imperialistische Expansion in Afrika, Amerika, Australien und Asien. Die europäische Kolonialisierung der indigenen Völker der Samen durch Norwegen und der grönländischen Inuit durch Dänemark werden oft vergessen. SUMÉ – SOUND OF A REVOLUTION erinnert an die grönländische Rockband Sumé, die 1973 die erste Platte in grönländischer Sprache veröffentlichte und zum Sprachrohr der grönländischen Studentenbewegung wurde. In den siebziger Jahren gab es in Grönland keinerlei politische Vertretung, lediglich einen beratenden Landrat. Alle politischen Entscheidungen wurden vom dänischen Parlament in Kopenhagen gefällt. Die Studenten verlangten nach Autonomie und schließlich nach Unabhängigkeit von der dänischen Kolonialmacht. Sumé lieferte den Soundtrack. Das Cover ihrer ersten LP zeigte einen Grönländer, der einen Wikinger getötet hat und dessen abgerissenen Arm triumphierend empor streckt. Zu harter Stoff für die älteren Grönländer, aber die junge Generation war von Sumé begeistert. Regisseur Inuk Silis Hoegh stellt an verschiedenen Orten in der spektakulären grönländischen Landschaft eine rote Gitarrenbox auf und zeigt die Reaktionen von alten Fans und jüngeren Grönländern auf Sumés Musik. Er spricht mit den ehemaligen Bandmitgliedern, die nur während ihres Studiums in Kopenhagen zusammen spielen konnten. Viele Songs von Sumé sind mit 8mm und 16mm-Dokumentaraufnahmen unterlegt, die die soziale Situation der grönländischen Inuit verdeutlichen, aber auch die Begeisterung und das Engagement der Fans zeigen. Bilder und Filmaufnahmen von einer wegen der Unzugänglichkeit des riesigen Landes offenbar extrem schwierigen Grönlandtournee der Band sind besonders schön. Ein erstaunlicher Einblick in die politische Popgeschichte und in die grönländische Autonomiebewegung, die noch lange nicht am Ziel ist.

Hannes Stein

Details

Originaltitel: Sume – Mumisitsinerup Nipaa
Dänemark/Grönland 2014, 73 min
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Inuk Silis Hoegh
Drehbuch: Inuk Silis Hoegh
Kamera: Henrik Bohn Ipsen
Schnitt: Per K. Kirkegaard
Musik: Sumé
Verleih: mindjazz pictures
Kinostart: 21.01.2016

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