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Sturmland

Mackerrituale werden eingehalten

Nachdem der junge Ungar Szabi, angehender Fussballprofi bei einem deutschen Club, bei einem Spiel versagt und seinen besten Freund verprügelt hat, weil der ihn „komisch angeguckt“ hat, flüchtet er in sein Heimatdorf. Dort lernt er Aron kennen. Ein Film über Identitätsfindung und Identitätsverlust, Sex und homophobe Gewalt.

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Der junge Ungar Szabi ist angehender Fussballprofi bei einem deutschen Club, versagt aber in einem wichtigen Spiel. Nachdem er außerdem seinen besten Freund Bernhard unter der Dusche verprügelt hat, weil der ihn „komisch angeguckt“ hat, flieht Szabi nach Ungarn, wo er den heruntergekommenen Hof seiner Großeltern geerbt hat. Als ihm der einheimische Aron eines Nachts ein Moped klauen will, erwischt Szabi ihn gerade noch und reißt ihn vom Moped. Am nächsten Morgen sind die Beiden schon Freunde und beschließen, das Dach des alten Hauses zu reparieren. Beim Schnaps kommen sie sich körperlich nahe und eine komplizierte Liebesgeschichte beginnt. Aron zögert, sich zum eigenen Begehren zu bekennen, auch als Szabi auf dem Dorfbolzplatz von einer Gruppe Glatzköpfe verprügelt wird. Dann wird auch Aron auf der Arbeit verprügelt, gefoltert und vergewaltigt. Aron hadert weiter mit seiner sexuellen Identität, als plötzlich Bernhard vor der Tür steht und Szabi zunächst seine Liebe gesteht und ihn dann zur Rückkehr nach Deutschland überreden will.
Ádám Császis Film erzählt von Identitätsfindung und Identitätsverlust, von Sex und homophober Gewalt. Die jungen Männer in STURMLAND entdecken erst ihre Sexualität. Der erotische Blick der Kamera auf die fast immer nackten Oberkörper und die Blicke der Jungen untereinander sprechen Bände. Aber bevor es zum Sex kommt, muss eine Schwelle ritueller Gewalt erst überschritten werden. Jede Beziehung beginnt mit einer Prügelei, Mackerrituale werden genau eingehalten. Auf dem Dorf herrscht zudem der aggressiv homophobe Männerbund, dessen Gewalt im Laufe des Films immer bedrohlicher wird und der keine abweichende Identität erlaubt. Der Einfluss, den das auf das Selbstbild der jungen Männer hat, führt schließlich zu einer Katastrophe.

Tom Dorow

Details

Originaltitel: Viharsarok
Ungarn/Deutschland 2014, 105 min
Sprache: Deutsch, Ungarisch
Genre: Drama
Regie: Ádám Császi
Drehbuch: Ádám Császi, Iván Szabó
Kamera: Marcell Rév
Schnitt: Tamás Kollanyi, Júlia Hack
Musik: Klára Kalicz
Verleih: Edition Salzgeber
Darsteller: Andreás Sütő, Àdám Varga, Sebastian Urzendowsky
FSK: 16
Kinostart: 27.11.2014

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