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Sterne zum Dessert

Talent allein reicht nicht

Yazid, Sohn marokkanischer Einwanderer, wächst in einer Pflegefamilie und verschiedenen Heimen auf und kämpft sich zum Spitzen-Patissier hoch.

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STERNE ZUM DESSERT basiert auf der Lebensgeschichte Yazid Ichemrahen, der in Epernay bei Reims in einer Pflegefamilie und verschiedenen Heimen aufwuchs, sich zum „Weltmeister des Eis-Desserts“ hochkämpfte und inzwischen als Spitzen-Patissier Hotelketten berät und eine Reihe von Luxus-Konditoreien betreibt. Der Film konzentriert sich auf den Anfang seiner Karriere und erzählt in miteinander verwobenen Zeitebenen. In der filmischen Gegenwart ist Yazid fast mit der Schule fertig und hat sich mit Dreistigkeit und einem unbestreitbaren Talent für Törtchen einen Praktikumsplatz ergattert. Aber dann gerät er mit seinen drogendealenden Freunden in eine Polizeikontrolle, verbringt die Nacht im Knast und kommt gleich am ersten Arbeitstag zu spät. Immer wieder wird im Film deutlich, dass Talent allein für jemanden wie Yazid nicht gereicht hätte. Um die Umstände seiner Jugend und Kinderzeit, die der Film in Rückblenden rekonstruiert, zu überwinden, braucht Yazid enormen Durchhaltewillen, Glück, die richtigen Personen im richtigen Moment – wie seine liebevollen Pflegeeltern oder den einen Erzieher, der ihn unterstützt – und ein Ziel vor Augen. STERNE ZUM DESSERT erzählt seine Geschichte etwas uneben aber sympathisch. Regisseur Sébastien Tulard nimmt sich viel Zeit für Yazids Familiengeschichte und schildert nuanciert, wie Yazid im Alter von sechs Jahren zwischen der alkoholkranken, unberechenbaren Mutter und seiner Pflegefamilie hin- und herpendelt. Wie ihm der nette Stiefbruder das Backen nahe bringt und er sich bei der Mutter das Quentchen Streetsmartness abguckt, das er später brauchen wird. Etwas weniger interessant ist der obligatorische aber unbeholfen orchestrierte Sportfilmplot vom Außenseiter, der am Ende triumphiert.

Toni Ohms

Details

Originaltitel: À la belle étoile
Frankreich 2023, 110 min
Sprache: Französisch
Genre: Drama
Regie: Sébastien Tulard
Drehbuch: Cédric Ido
Kamera: Pierre Dejon
Schnitt: Marielle Babinet
Musik: Brice Davoli
Verleih: 24 Bilder
Darsteller: Riadh Belaïche, Loubna Abidar, Marwan Amesker
Kinostart: 28.12.2023

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