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Starry Eyes

Alex große Chance scheint gekommen, als sie nach einem vergeigten Casting einen Wutanfall auf der Toilette bekommt, und von der Koproduzentin dabei beobachtet wird. Aber die Produzenten verlangen mehr, als Sarah zunächst zu geben bereit ist. STARRY EYES macht verwegene Plot-Wendungen und watet am Ende knietief im Splatter-Genre, funktioniert aber vor allem aufgrund seiner präzisen Charakterzeichnungen.

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STARRY EYES, der sich auf zahlreichen Bestenlisten für Indiehorror 2014 fand, ist ohne Zweifel der interessanteste Film der Cinema Obscure-Staffel im Februar. Die Schauspielerin Sarah (Alex Essoe) lebt mit zahlreichen Hipstern/Künstlern in einem für Hollywood-Verhältnisse schäbigen Apartment-Komplex. Um die Miete zu bezahlen, arbeitet Sarah in einem schmierigen Event-Hähnchen-Restaurant, in dem sie Kunden Liedchen vorträllern und eine Leggins im Bierschaum-Look tragen muss. Ihre „Freunde“ lungern derweil am Pool herum, bitchen sich gegenseitig an, protzen mit Jobs in Werbespots und phantasieren von eigenen Filmprojekten – vor allem, um sich gegenseitig ins Bett zu bekommen. Sarahs große Chance scheint gekommen, als sie nach einem vergeigten Casting einen Wutanfall auf der Toilette bekommt, und von der Koproduzentin (die ein wenig an Lotte Lenya als Rosa Klebb im James Bond-Film FROM RUSSIA WITH LOVE erinnert) dabei beobachtet wird. Sarah wird in die Villa des Produzenten eingeladen, und es sieht so aus, als hätte sie den Fuß in der Tür. Aber der sardonische Kino-Magier verlangt mehr, als Sarah zunächst zu geben bereit ist. STARRY EYES macht verwegene Plot-Wendungen und watet am Ende knietief im Splatter-Genre, funktioniert aber vor allem aufgrund seiner präzisen Charakterzeichnung: Sarah ist wesentlich komplexer, als es im Mainstream-Retortenhorror üblich ist. Sie hat ein unerklärliches Problem mit ihrem Aussehen, wirkt linkisch und schüchtern und hat eine Tendenz zur Selbstverletzung. An der Dauerparty ihrer Freunde kann sie nicht teilhaben, weil sie ein Mangel antreibt, der durch nichts ausgefüllt werden kann als durch totale Perfektion. Mehr als ein Film darüber, dass Hollywood seinen Protagonisten die Seele stiehlt, ist STARRY EYES ein Film über Depression und die Kultur der Selbstinszenierung.

Tom Dorow

Details

USA 2014, 100 min
Genre: Horror
Regie: Kevin Kolsch, Dennis Widmyer
Drehbuch: Kevin Kolsch, Dennis Widmyer
Verleih: Drop-Out Cinema
Darsteller: Alex Essoe, Amanda Fuller, Noah Segan
FSK: 18
Kinostart: 05.02.2015

Website
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