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Soy Nero

American Alptraum

Zwischen Sozialdrama und Satire erzählt SOY NERO von 19-jährigen Nero, der sich als Soldat verpflichtet, um die amerikanische Staatsbürgerschaft zu erhalten.

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Als der 19-jährige Nero (Johnny Ortiz) illegal die Grenze von Mexiko in die USA überquert, tauchen Silvesterraketen den Himmel in ein buntes Farbenspiel. Es ist eine höchst ironische Begrüßung für den illegalen Einwanderer, der zwar in Los Angeles aufgewachsen ist, doch von den Behörden nach Mexiko abgeschoben wurde. In seinem Sehnsuchtsland Amerika will ihn keiner haben. Um auf den letzten Drücker doch noch eine Staatsbürgerschaft zu ergattern, heuert Nero als Greencard-Soldat an. Der sogenannte „Dream Act“, ein Baustein des War on Terror, ermöglicht es Immigranten nämlich, nach zwei Jahren Militärdienst eine offizielle Aufenthaltserlaubnis zu erhalten. Am Beispiel des jungen Nero exerziert der iranische Regisseur Rafi Pitts (THE HUNTER) den Weg eines Greencard-Soldaten mit bitterer Ironie durch. Anders als versprochen erhalten nämlich längst nicht alle der Einwanderer nach ihrer Militärzeit die Staatsbürgerschaft, sondern es werden viele trotzdem abgeschoben. In ungewöhnlich langen, kammerspielartigen Szenen begleiten wir Nero beim zweifachen Grenzübertritt, bei einem kurzen Aufenthalt in einer pompösen Villa in Beverly Hills, wo sein Bruder Jesús (Ian Casselberry) als Hausangestellter arbeitet, und schließlich zu einem militärischen Checkpoint irgendwo in der irakischen Wüste. Zwischen Sozialdrama und Satire schaut SOY NERO, der im Wettbewerb der diesjährigen Berlinale lief, dem wortkargen Protagonisten Nero über die Schulter, der seinen Traum von Amerika beharrlich verfolgt. Die Story basiert auf den wahren Erlebnissen des Mexikaners Daniel Torres. Rafi Pitts und sein Kameramann Christos Karamanis erzählen sie in sehenswerten Kinobildern wie dem erwähnten Silvesterfeuerwerk oder einem Volleyballmatch, das mexikanische Jugendliche und US-Soldaten über den Grenzzaun hinweg spielen.

Christian Horn

Details

Deutschland/Frankreich/USA/Mexiko 2016, 117 min
Genre: Drama
Regie: Rafi Pitts
Drehbuch: Rafi Pitts, Razvan Radulescu
Kamera: Christos Karamanis
Schnitt: Danielle Anezin
Verleih: Neue Visionen Filmverleih GmbH
Darsteller: Rory Cochrane, Aml Ameen, Michael Harney, Johnny Ortiz, Khleo Thomas
FSK: 12
Kinostart: 10.11.2016

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