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Sounds of Paris

Partymaus und Misanthropin

Der gutgelaunte Tourist Elijah und die misantropische Air BnB-Betreuerin Elizabeth begeben sich auf eine teils gut gelaunte, teils katastrophale Odyssee durch Paris während Olympia.

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“Man muss ständig betrunken sein. Es ist der einzige Weg, die schreckliche Last der Zeit nicht ertragen zu müssen.” Elizabeth, mitteljung, erinnert sich an die Worte eines oder einer Ex-Geliebten. Nach einer Krankheit hat sie einen Großteil ihrer Hörfähigkeit verloren. Sie mischt sich einen improvisierten Suizid-Cocktail, trinkt ihn aber nicht.
Am nächsten Tag ist sie bei der Arbeit. Es ist der Tag der Olympia-Eröffnungsfeier, und das Concierge-Team eines Ferienwohnungsvermittlers erhält einen Pep-Talk vom Vorgesetzten. Elizabeths Depression passt nicht zu den Ansprüchen des Betriebes, der ostentative Fröhlichkeit verlangt. Beschwerden und schlechte Bewertungen der privilegierten Kunden könnten Elizabeth den Job kosten. Dann soll sie dem jungen, enthusiastischen Amerikaner Elijah seine Wohnung zeigen. Die ist allerdings bereits bewohnt, und Elijah findet es „so französisch“, dass ein Paar dort gerade Sex hat. Elijah, der überall sofort neue Freunde findet, und Elizabeth, die mit den Touristen und Olympia am liebsten nichts zu tun hätte, begeben sich auf eine teils gut gelaunte, teils katastrophale Odyssee.
SOUNDS OF PARIS ist ein Film über relativ junge Leute, die aber schon einiges hinter sich haben, und auf sehr unterschiedliche Weise mit ihren Erfahrungen umgehen. Elijah läuft im begeisterten Olympia-Modus durch Paris, und freut sich über jedes Croissant, Elizabeth ist genervt, kann aber Elijahs Dauerfreundlichkeit auch nicht allzu lange widerstehen. In Teilen wirklich während der Olympischen Spiele gedreht, herrscht im Film eine permanente Erregung: überall Touristen in einer Stadt, deren Dauer-Party mit dem Alltag kollidiert. Der Film arbeitet an der Versöhnung der ganz verschiedenen Perspektiven, und das gelingt erstaunlich gut. Bei mir hielt das Verständnis für Party-Touristen immerhin bis zum 1.Mai in Kreuzberg.

Tom Dorow

Details

Originaltitel: A Second Life
Frankreich 2025, 77 min
Genre: Drama
Regie: Laurent Slama
Drehbuch: Laurent Slama, Thomas Keumurian
Kamera: Laurent Slama
Schnitt: Souliman Schelfout
Musik: Jean-Charles Bastion
Verleih: Port-au-Prince Pictures
Darsteller: Agathe Rousselle, Alex Lawther, Suzy Bemba, Jonas Bachan
FSK: 12
Kinostart: 11.06.2026

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