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Song from the Forest

Zweierlei Dschungel

Louis Sardo lebt seit drei Jahrzehnten beim Volk der Bakaya, er spricht ihre Sprache und hat einen hier geborenen Sohn namens Samedi. Und doch ist der weiße Mann auch immer ein Gast in der Gemeinde der Bayaka. Dokumentation.

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Der einsame weiße Mann, der barfuß in dem Fluss Mumbongo in der Zentralafrikanischen Republik steht und den exotischen Lauten des Regenwaldes lauscht, ist kein Dokumentarfilmer im Auftrag des WWF oder BBC. Louis Sardo lebt seit drei Jahrzehnten beim Volk der Bakaya, er spricht ihre Sprache und hat einen hier geborenen Sohn namens Samedi. Und doch ist der weiße Mann auch immer ein Gast in der Gemeinde der Bayaka.
Die Dokumentation SONGS FROM THE FOREST erzählt Sardos Geschichte. Mitte der Siebziger reist der US-Amerikaner in die Zentralafrikanische Republik, nicht nur um die Musik der Bayaka in Tonaufnahmen festzuhalten – um Laufe seines Lebens sollen es mehrere hundert werden - sondern auch, um den Zwängen der westlichen Gesellschaft zu entfliehen. Was dem amerikanischen Transzendentalisten Henry David Thoreau während seines zweijährigen Einsiedlerdaseins in Wäldern nahe Boston zum Fluch wurde, ist für Sardo ein Segen: ein Leben der Einsamkeit inmitten der Natur. Der Reisejournalist Michael Obert begleitet Sardo bei seinen tagtäglichen Aktivitäten im Dorf der Bayaka und auch auf einer Reise nach New York, auf die er seinen 13-jährigen Sohn Samedi mitnimmt. In intimen Aufnahmen von Sardo fängt Obert fängt den Aufprall zweier Kulturen ein. Auch in dieser technokratisierten Welt ist Sardo letztlich nur ein Fremder, ein Gast.
SONGS FROM THE FOREST ist kein Dokumentarfilm im klassischen Sinne und schon gar keine ethnografische Studie der Bayaka. Am beeindruckendsten ist Oberts Film, wenn er vollkommen auf Wörter verzichtet und sich auf Bilder und Klänge beschränkt: wenn Sardo in den Straßen New Yorks die Musik der Bayaka hört und später den Lärm der Millionenmetropole bei seiner Rückkehr in Afrika nicht aus den Ohren kriegt, sind keine Worte mehr vonnöten, um seine Existenz zwischen den Kulturen klarzumachen.

David Herger

Details

Deutschland 2013, 97 min
Sprache: Englisch
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Michael Obert
Drehbuch: Michael Obert
Kamera: Siri Klug
Schnitt: Wiebke Grundler
Verleih: Real Fiction
FSK: oA
Kinostart: 11.09.2014

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