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So weit und groß – Die Natur des Otto Modersohn

Gefühl, bis in die Fingerspitzen

Der Worpsweder Maler Otto Modersohn, ist im Gegensatz zu seiner Frau Paula Becker-Modersohn, kaum noch bekannt. Otto Modersohns Urenkel Carlo Modersohn stellt Leben und Werk des Malers vor.

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Aus Anlass von Christian Schwochows PAULA über die Malerin Paula Modersohn-Becker kommt nun auch das Porträt ihres Ehemannes Otto Modersohn noch einmal ins Kino, das dessen Urenkel, der Berliner Fotograf Carlo Modersohn, 2010 gedreht hat. SO WEIT UND GROSS erzählt Modersohns Lebensgeschichte anhand von vielen Zeitzeugnissen: Texten von Rainer Maria Rilke, Modersohns eigenen Tagebuchaufzeichnungen, in denen er seine Ästhetik des „Intimen“ entwickelt, und Briefen zwischen Paula Modersohn-Becker und Otto Modersohn. Der Urenkel will Modersohn vom Image des reinen „Heimatmalers“ befreien, als den ihn die Nazis sahen – ein Image, das immer noch den Blick auf die sehr eigene, private, grüblerische und emotionale Kunst des Malers verdeckt. Modersohn verbrachte den größten Teil seines Lebens in Worpswede, damals noch ein Dorf am Rand des Teufelsmoors nördlich von Bremen, und malte dort die Umgebung, beeinflusst von der französischen Landschaftsmalerei und später vom Impressionismus. „Man muss kribbeln vom Gefühl, bis in die Fingerspitzen“, schreibt Modersohn über seine Kunst“. Modersohn konnte brillant strahlende Sonnentage malen, aber seine Leidenschaft gilt dem Zwielicht der Dämmerungen, dem Nebel über dem Moor, dem Kunstlicht eines Schützenfests am frühen Abend. Am faszinierendsten sind seine „Abendblätter“, handgroße Zettel-Zeichnungen in schwarz und rot, die der Maler abends vor sich hin kritzelte, und deren melancholisch-expressive Wucht sich unmittelbar vermittelt. SO WEIT UND SO GROSS zeigt viele Bilder Modersohns und Paula Modersohn-Beckers und tastet sie vorsichtig mit der Kamera ab. Um die Originale zu sehen, lohnt sich ein Ausflug zum Otto Modersohn Museum am letzten Wohnsitz des Malers in Fischerhude.

Hannes Stein

Details

Deutschland 2010, 76 min
Genre: Biografie, Dokumentarfilm
Regie: Carlo Modersohn
Drehbuch: Marina Bohlmann-Modersohn
Kamera: Carlo Modersohn
Schnitt: Carlo Modersohn
Musik: Therese Strasser
Verleih: Film Kino Text
FSK: oA
Kinostart: 15.12.2016

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