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Fado – Die Stimmen von Lissabon

Gesang und Gentrifizierung

Der Dokumentarfilm nähert sich dem traditionellen portugiesischen Musikstil anhand der Fado-Sängerinnen Ivone Dias und Marta Miranda und zeichen zugleich das Porträt einer sich verändernden Stadt.

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Wer einmal das Glück hat, einen Portugiesischkurs zu besuchen, erfährt schnell, was die portugiesische Seele im Innersten ausmacht: die Saudade, eine Mischung aus Wehmut und Melancholie, die sich besonders im Fado spüren lässt. Dem traditionellen portugiesischen Musikstil nähern sich die Dokumentarfilmregisseurinnen Judit Kalmár und Céline Coste Carlisle anhand der Fado-Sängerinnen Ivone Dias und Marta Miranda. Die Protagonistinnen aus zwei Generationen erinnern sich vor der Kamera an das vergangene Leben in Lissabons Alfama, der Altstadt, die eng mit dem Fado verbunden ist – Liedern, in denen die Fadistas von ihren Sorgen und Sehnsüchten singen. Ähnlich wie Barcelona oder Venedig haben sich auch Lissabon und vor allem die pittoreske Alfama durch den (Kreuzfahrt-)Tourismus der letzten Jahre, der manchmal mehr als 4000 Tourist*innen pro Tag in die engen Gassen der Stadt spült, rasant verändert. In den jahrhundertealten Straßenzügen, in denen noch bis vor Kurzem nachbarschaftlich-familiäre Gemeinschaften bestanden, mieten heute Tourist*innen sanierte Appartements. Während die betagte Ivone ihre Wohnung in der Alfama verlassen und in einen Vorort umziehen musste, kämpft Marta um den Erhalt ihres Fado-Clubs.

Die Regisseurinnen besuchen Kulturzentren und kommen mit Menschen auf der Straße ins Gespräch. Mit Fado untermalt und wie die Fadistas selbst tauchen sie tief in das sich wandelnde Lissaboner Alltagsleben ein. Der Tourismus habe der Stadt dringend benötigte Jobs beschert, doch der Fado dürfe nicht banalisiert werden und seine Identität verlieren, mahnt ein Fadista, der ein Tuk-Tuk-Unternehmen betreibt. Über die Leinwand überträgt sich die Saudade, die Sehnsucht nach dem ursprünglicheren Leben in der Stadt am Ozean, die auf dem Weg ist, ein Vergnügungspark für Reisende zu werden.

Stefanie Borowsky

Details

Originaltitel: Silêncio – Vozes de Lisboa
Portugal 2020, 86 min
Genre: Dokumentarfilm, Musikfilm
Regie: Judit Kalmár, Céline Coste Carlisle
Kamera: Gábor Halász
Schnitt: Mari Miklós Paula Miranda Györgyi Rétfalvi
Verleih: Arsenal Filmverleih
Darsteller: Ivone Diaz, Marta Miranda, Pa
Kinostart: 08.09.2022

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Fado - Die Stimmen von Lissabon

(Silêncio – Vozes de Lisboa) | Portugal 2020 | Dokumentarfilm, Musikfilm | R: Judit Kalmár, Céline Coste Carlisle

Der Dokumentarfilm nähert sich dem traditionellen portugiesischen Musikstil anhand der Fado-Sängerinnen Ivone Dias und Marta Miranda und zeichen zugleich das Porträt einer sich verändernden Stadt.

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