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Shot in the Dark

Visionäre Fotografen

SHOT IN THE DARK porträtiert zwei Fotografen und eine Fotografin, die neben ihren außergewöhnlichen Arbeiten eines verbindet: Sie sind blind.

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SHOT IN THE DARK porträtiert zwei Fotografen und eine Fotografin, die neben ihren außergewöhnlichen Arbeiten eines verbindet: Sie sind blind. Bevor wir ihren Bildern begegnen und nach und nach mehr über ihre Geschichten erfahren, sehen wir den Dreien bei der Arbeit zu. Minutiös vermisst Pete Eckert die Räume, die er später fotografieren wird, sei es eine Straße, eine Kirche, eine Küche oder eine Waldlichtung. Er nutzt dafür seinen Blindenstock, seinen Körper, das Echo und den Lichteinfall und besucht einen Ort wieder und wieder, bis er sich über den physischen Kontakt ein genaues inneres Abbild gemacht hat, das er dann fotografiert. Dank präzise eingesetzter Doppelbelichtungen wirken seine Bilder wie Visionen von Orten, die von Geistern aufgesucht werden. Auch in Sonia Soberats Fotografien scheinen sich übernatürliche Lichterscheinungen zu manifestieren. Sie arbeitet viel mit Menschen und arrangiert diese zu Szenen, die innere Zustände spiegeln - eine Frau kämpft mit einem Schwert gegen eine Feuerwand oder sitzt vor einer Kulisse aus Meer und blitzdurchzucktem Himmel – oder zu Porträts, die zugleich Ausdruck einer Aura sind. „Ich spüre, ob jemand traurig oder fröhlich ist.“ sagt sie. Anders als Pete und Sonia, die ihre Sehfähigkeit im Verlauf mehrerer traumatischer Jahre verloren haben, ist Bruce Hall mit einem schweren Sehfehler geboren worden. Er kann Dinge nur dann scharf sehen, wenn er sie ganz dicht vor seine Augen hält, und die Fotografie war für ihn zunächst ein Weg, sich seine Umwelt zu erschließen, indem er sie fotografierte und dann vergrößert betrachten konnte. Auch das ist eines der Dinge, die man in diesem vorsichtigen, hochinteressanten Künstlerporträt lernt: Blindheit sieht für jeden Betroffenen anders aus.

Hendrike Bake

Details

Deutschland 2016, 79 min
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Frank Amann
Drehbuch: Frank Amann
Kamera: Frank Amann
Musik: FM Einheit
Verleih: déjà-vu film
Kinostart: 19.01.2017

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