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Señor Kaplan

Don Quijote und Sancho Panza auf Nazi-Jagd

Jacobo, 1937 als jüdischer Pole nach Uruguay geflüchtet, ist 76 Jahre alt und könnte einen gemütlichen Lebensabend verbringen. Stattdessen geht er mit seinem Sidekick Wilson, einem abgehalfterten Polizeibeamten, auf Nazijagd. Ein skurriles und poppig buntes Seniorenabenteuer

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Jacobo ist 76 Jahre alt, 1937 als jüdischer Pole nach Uruguay geflüchtet, seit 50 Jahren glücklich verheiratet und eine fürsorgliche Familie hat er auch. Von außen betrachtet, scheint Herr Kaplan nicht nur ein erfülltes Leben gehabt zu haben, sondern nun auch einen gutbürgerlichen Lebensabend zu verbringen. Seine Tage sind ausgefüllt mit Hochzeitsfeiern, sonntäglichem Kartenspiel, Kirchen- und Opernbesuchen. Wenn da nicht diese tiefsitzende Unruhe und Unzufriedenheit in ihm brodeln würde.
Als er erfährt, dass sich ein deutscher KZ-Aufseher an einem nahegelegenen Strand von Montevideo unter falscher Identität aufhalten soll, ist Señor Kaplans große Stunde gekommen. Südamerika war nach dem Zweiten Weltkrieg Zufluchtsort und Versteck für zahlreiche Nazi-Größen. Der wohl bekannteste war Adolf Eichmann. Dessen geheime Verhaftung und anschließende Auslieferung nach Israel dienen als Vorbild für die Amateurermittlungen, die Jacobo und sein Sidekick Wilson nun aufnehmen. Für den griesgrämigen alten Herren und den übergewichtigen Lebemann mit Polizeidienstvergangenheit sowie latentem Alkoholproblem beginnt ein Kampf gegen Windmühlen.
Auf der Jagd nach dem vermeintlichen Täter durchlebt das ungleiche Duo in Nachtclubs und auf Beerdigungen so einige skurrile Momente. Der (schwarze) Humor in SEÑOR KAPLAN arbeitet sich dabei vor allem an den betont überzeichneten Figuren, ihrer Obsession und ihren gegensätzlichen Charakteren ab. Das Ganze ist als Abenteuer in poppig-bunten Farben und stets mit einem Augenzwinkern erzählt. Der Twist am Schluss verleiht dem Film jedoch einen Funken Ernsthaftigkeit und holt ihn auf den Boden der Tatsachen zurück.

Nina Linkel

Details

Originaltitel: Mr. Kaplan
Uruguay 2012, 98 min
Genre: Komödie
Regie: Alvaro Brechner
Drehbuch: Alvaro Brechner
Kamera: Álvaro Gutiérrez
Schnitt: Inés Errandonea
Musik: Mikel Salas
Verleih: Neue Visionen
Darsteller: Rolf Becker, Leonor Svarcas, Néstor Guzzini, Héctor Noguera, Nidia Telles, Nuria Fló, Gustavo Saffores, Hugo Piccinini
FSK: oA
Kinostart: 16.07.2015

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