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Sehnsucht nach Paris

Das alte Lied

Landei Brigitte (Isabelle Huppert) hat Sehnsucht. Nach Parties, nach Jungsein, nach Erotik, nach Abwechslung von einem zwar freundlichen aber wenig atemberaubenden Alltag. Unter einem Vorwand lässt sie Ihren Zuchtbullen-Züchter-Ehemann Xavier auf dem Land zurück und fährt für zwei Tage nach Paris, um Sachen zu erleben.

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Die Story von SEHNSUCHT NACH PARIS klingt erstmal eher nach derber Komödie: Landei Brigitte - nach Cathrine Deneuve in MADAME EMPFIEHLT SICH/ELLE S’EN VA macht hier nun Isabelle Huppert eine Verwandlung vom Glamour zur Bodenständigkeit durch - hat Sehnsucht. Nach Parties, nach Jungsein, nach Erotik, nach Abwechslung von einem zwar freundlichen aber wenig atemberaubenden Alltag. Unter einem Vorwand lässt sie Ihren Zuchtbullen-Züchter-Ehemann Xavier auf dem Land zurück und fährt für zwei Tage nach Paris, um Sachen zu erleben. Tatsächlich aber ist SEHNSUCHT NACH PARIS ein zarter, fein beobachteter Film, der sehr freundlich mit seinem Personal umgeht und bis in die Nebenrollen glaubwürdig und alltagsnah gespielt ist. Zum Beispiel Xavier: Jean-Pierre Darroussin gibt ihn als Sturkopf mit brummigem Humor, der Brigitte liebt, dessen ganze Leidenschaft aber seinen ausgezeichneten crémeweißen Charolaisrindern gilt. Ein sympathischer Typ, aber sicher kein Romantiker. Brigitte ist da anders, verträumter, auf eine unnachahmliche Huppert-Art verstrahlt. Einmal sagt sie über das Haus auf dem Nachbargrundstück, in dem sich Städter ein idyllisches Feriendomizil hergerichtet haben: „ Es ist irgendwie hübscher als unseres“. Xavier dagegen sieht nur eine Bruchbude. Doch die Romantik, die Brigitte dann auf ihrer großen Reise in die große Hauptstadt findet, ist auch nicht ganz das, was sie sich vorgestellt hat. Letzten Endes erzählt SEHNSUCHT NACH PARIS mindestens ebenso sehr von der Sehnsucht nach dem Abenteuer, wie vom Beständigen, von dem was bleibt und zu dem man immer wieder zurückkehrt. Der französische Titel LA RITOURNELLE drückt es schön und einen Hauch melancholisch aus, und lässt dabei offen, was diese immer „wiederkehrende kleine Melodie“ ist: die Sehnsucht nach Aufbruch oder nach Zuhausesein.

Toni Ohms

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