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Sebastian springt über Geländer

Erwachsenwerden in Etappen

Sebastian ist ein junger, introvertierter Mann aus Hannover. In seinem Spielfilmdebüt, in dem der Einfluss der Berliner Schule zu spüren ist, nimmt Ataman-Checa in drei Ausschnitten bedeutende aber auch belanglose Momente aus Sebastians Kindheit und Jugend in den Blick.

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Heimatstädte stecken voller Erinnerungen, sei es die alte Schule, das Lieblingscafé oder der Park, in dem man Fahrrad fahren gelernt hat. Bei einem Besuch in seiner alten Heimat Hannover sieht der DFFB-Regiestudent Ceylan-Alejandro Ataman-Checa an mehreren Orten der Stadt in Gedanken sich selbst in verschiedenen Altersstufen – und kommt auf die Idee zu seinem Spielfilmdebüt.
In SEBASTIAN SPRINGT ÜBER GELÄNDER nimmt Ataman-Checa in knapp 70 Filmminuten drei Ausschnitte aus Sebastians Kindheit und Jugend in Hannover in den Blick. Der introvertierte Junge wächst bei seiner alleinerziehenden Mutter auf, die alte Menschen pflegt und nicht viel Geld verdient. Wenn die anderen Kinder in der Schule von ihren schönsten Urlaubserlebnissen erzählen und das Meer malen, sitzt Sebastian vor einem leeren Blatt. Er ist oft auf sich allein gestellt und träumt davon, Pilot zu werden. Als Teenager verliebt er sich in Elisabeth, die mit ihren Eltern in einem schicken Einfamilienhaus wohnt und regelmäßig in die Oper geht. Sebastian dagegen (jetzt gespielt von Joseph Peschko in seiner ersten Filmrolle) lebt mit seiner ständig gestressten Mutter in einer kleinen Wohnung – und fühlt sich hin- und hergerissen zwischen beiden Welten. Als junger Erwachsener plant Sebastian, der mit Freunden in eine WG gezogen ist und gerade seinen Freiwilligendienst in der Pflege beendet hat, den nächsten großen Schritt in seinem Leben.
SEBASTIAN SPRINGT ÜBER GELÄNDER kommt ruhig und reduziert daher, mit spürbarem Einfluss der Berliner Schule. Die bedeutenden, aber auch die vermeintlich belanglosen Momente seiner Kindheit und Jugend machen Sebastians Person am Ende aus. So animiert der Film dazu, sich an das eigene Aufwachsen zurückzuerinnern und an all die prägenden Ereignisse, Orte und Menschen, die damit verbunden sind.

Stefanie Borowsky

Details

Deutschland 2020, 69 min
Sprache: Deutsch
Genre: Drama
Regie: Ceylan Ataman-Checa
Drehbuch: Ceylan Ataman-Checa
Kamera: Albrecht von Grünhagen
Schnitt: Ceylan Ataman-Checa
Verleih: déjà-vu film
Darsteller: Joseph Peschko, Finn Freyer, Ambar de la Horra, Frederieke Morgenroth, Andreas Sigrist
Kinostart: 20.08.2020

Vorführungen

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