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#SchwarzeSchafe

Verlierertypen in Berlin

Immer hat jemand etwas zu pitchen, jede hat ihre Träume, und irgendwann werden sie alle auf die Nase fallen, mal im Exzess, mal im Slapstick.

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Die Sonne brennt, es ist viel zu heiß, ganz Berlin wird langsam irre. So leidet auch Clanboss Omar, der ein Erweckungserlebnis hat – und sein Drogenimperium klimaneutral aufziehen will, um die Welt zu retten. Eine bestechende Idee: Ist nicht das kriminelle Machotum mit seinen fleischlastigen Gelagen und den benzinfressenden Hummer-Angeberwagen der Punkt, an dem man ansetzen könnte beim CO2-Sparen? Das kulminiert in einer tollen Szene, in der Omar und seine Henchmen im Unverpackt-Laden einkaufen, inklusive SEK-Einsatz und Rassismusdiskussion. Andere Episoden porträtieren andere Verlierertypen: Natürlich ist Milan Peschel dabei als saufender Spreekrabbenfischer, der nichts auf die Reihe kriegt. Frederick Lau hat eine andere Idee für ein Business: Bienen auf dem Balkon. Nur, dass die auf Speed sind, weil der Bienenkorb zugleich als Kokainversteck dient. Seine Schwester: Jella Haase, die mit gestohlener Kreditkarte zusammen mit Jule Böwe die Sau rauslässt … Immer hat jemand etwas zu pitchen, jede hat ihre Träume, und irgendwann werden sie alle auf die Nase fallen, mal im Exzess, mal im Slapstick.

Für seine Komplett-Independent-Produktion hat Oliver Rihs ein schönes Ensemble gefunden, das sich austoben kann im sengenden Berlin-Sommer. #SCHWARZE SCHAFE ist dabei eine Fortsetzung von SCHWARZE SCHAFE, einem Schwarzweiß-Episodenfilm von 2006. Darin ging es härter zu, dafür ist die 2025er-Fassung flotter und prall gefüllt mit Ideen. Ursprünglich war das Projekt als achtteilige Serie angekündigt. Rihs und sein Cutter Thomas Appel montieren eine schnelle Komödie, bei der zwar zugegebenermaßen ein paar Fäden hängenbleiben und ein paar Sequenzen wenig ausgestaltet sind, die aber von Katharina Thalbachs Erzählerstimme zusammengehalten wird bis zum letztendlichen, tröstlichen Regenguss.

Harald Mühlbeyer

Details

Originaltitel: #Schwarze Schafe (2025)
Deutschland 2025, 93 min
Genre: Komödie
Regie: Oliver Rihs
Drehbuch: Oliver Rihs
Kamera: Philip Peschlow, Felix von Muralt
Schnitt: Thomas Appel, Andreas Radtke
Verleih: Port-au-Prince Pictures
Darsteller: Jella Haase, Yasin El Harrouk, Jule Böwe, Frederick Lau, Milan Peschel, Narges Rashidi, Marc Hosemann
Kinostart: 17.07.2025

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