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Reseba – The Dark Wind

Traumatisiert durch den IS

Kurz nach ihrer Verlobung wird die Jesidin Pero vom IS verschleppt. Ihr Verlobter Reko spürt sie hinter der syrischen Grenze auf und bringt sie zurück, doch bei der Bewältigung des erlittenen Traumas kann er nicht helfen.

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Pero steht am Wasser und blickt mit leerer Miene ins Nichts. Hinter ihr Reko, ihr Verlobter, der verzweifelt versucht, sie vor sich selbst und ihrer Umgebung zu schützen. Pero und Reko, beide aus jesidischen Familien, kommen aus der Shingal Region im Süden der autonomen Region Kurdistans. Dort hatten sie gerade ihre Verlobung gefeiert, als ihr Dorf angegriffen wird. Reseba – der dunkle Wind – das sind Kämpfer des Islamischen Staates, die die Gegend unter ihre Macht bringen und zahlreiche jesidische Geiseln nehmen, vor allem Frauen, die als Sklavinnen nach Syrien und in den Irak verkauft werden. Unter ihnen ist Pero, nach der sich ihr Verlobter auf verzweifelte Suche macht und sie schließlich, schwerst traumatisiert, hinter der syrischen Grenze aufspürt. Peros Ohnmacht ist schmerzlich mitanzusehen, und ihr Leid wird nach ihrer Rückkehr noch verstärkt durch ihren Status als „Unreine“ in der traditionellen jesidischen Gemeinschaft.
RESEBA bezieht sich auf einen Überfall des IS auf die Shingalregion im Jahr 2014 und wurde nur zwei Wochen danach vor Ort gedreht. Regisseur Hussein Hassan gelingt ein sensibler Film über ein Grauen, dessen Ende nicht abzusehen ist. Anfangs erzählt Hassan mit Tempo. Von den Festivitäten bis zu den Überfällen auf die Dorfbewohner und den Feuergefechten zwischen dem IS und kurdischen Kämpfern beschleunigen sich die Bilder, bis sie in eine verzweifelte Lethargie in gedeckten Farben verfallen: Ein Großteil der Geschichte spielt sich in Blicken und Gesten ab, die in lange verharrenden Nahaufnahmen zu sehen sind. Der Rhythmus des Films nimmt die Stimmung seiner Protagonisten an, die nach der Flucht in die umliegenden Berge in einem Flüchtlingslager untergebracht sind.
RESEBA wurde von Teilen der jesidischen Gemeinschaft, die den Umgang mit den geretteten Frauen im Film als zu negativ gezeichnet sahen, kontrovers aufgenommen.

Lili Hering

Details

Originaltitel: Reseba
Syrien/Qatar/Irak/Deutschland 2016, 92 min
Genre: Drama
Regie: Hussein Hassan Ali
Drehbuch: Mehmet Aktas, Hussein Hassan Ali
Kamera: Touraj Aslani
Verleih: mîtosfilm
Darsteller: Rekish Shahbaz, Dimen Zandi, Maryam Boubani
Kinostart: 05.04.2018

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