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Remember Your Name, Babylon

Almeria, postapokalyptisch

REMEMBER YOUR NAME, BABYLON zeigt das Leben am Rand der riesigen Tomatenplantagen in Almeria. In den Barackenstädten aus Holzpaletten und Plastikfolie warten Immigranten auf Arbeit, auf Papiere, auf Nachrichten.

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Zwischen den endlosen, plastiküberzogenen Tomatenplantagen bei Almeria sind Barackenstädte aus Stahlgerüsten, Draht, Holzpaletten und Plastikfolie entstanden, in denen Immigranten, vor allem aus Marokko, aber auch aus südlicheren afrikanischen Ländern auf Arbeit warten. Sie haben unter großer Gefahr das Mittelmeer in kleinen Booten überquert. Drei Tage war er auf dem Meer, ohne Nahrung und Wasser, sagt ein Mann. Der belgische Dokumentarfilm REMEMBER YOUR NAME, BABYLON von Bram Van Cauwenberghe und Marie Brumagne will vor allem ein Gefühl für die Atmosphäre dieses Ortes schaffen. Es gibt keinen Hinweis auf den genauen Ort, wir erfahren weder die Namen, noch sonst irgendwelche biografischen Details der Menschen vor der Kamera. Die Filmemacher zeigen desorientierende Ausschnitte aus dieser Welt, in der Staub, Fliegen, Hundebellen, Katzengeschrei, Wind, das Scheppern von Metallblech den Soundtrack liefern. Hier kann man zwar so tun, als hätte man sich eingerichtet, wie die Marokkanerin, in deren blitzsauberer Hütte ein Spiegelschrank und Bilder an dem vom Wind bewegten Plastik-Wandersatz hängen. Aber wirklich leben kann man hier nicht. REMEMBER YOUR NAME, BABYLON zeigt diese Welt, deren Produkte in sämtlichen Supermärkten liegen, als eine postapokalyptische Sklavenhaltergesellschaft. Immer wieder brennt es, manchem brennt die Hütte über dem Kopf ab, manchmal brennen die Berge. Vor allem aber wird gewartet, auf einen kaum zu bekommenden Job, auf Papiere, auf eine Nachricht. REMEMBER YOUR NAME, BABYLON will etwas zu allgemeingültig sein, und ist dadurch etwas zu unspezifisch. Ob die Ökonomie der Tomatenproduktion auf den Migranten beruht, enthüllt sich nicht, und Almeria ist als Tor zur EU ein sehr spezifischer Ort. Ein eindrucksvoller Film, dem etwas weniger Atmosphäre und etwas mehr Analyse nicht hätten schaden können.

Hannes Stein

Details

Belgien 2015, 76 min
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Marie Brumagne, Bram Van Cauwenberghe
Drehbuch: Bram Van Cauwenberghe, Marie Brumagne
Kamera: Marie Brumagne, Bram Van Cauwenberghe
Kinostart: 01.12.2016

Vorführungen

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