Entfernung über GPS
ab PLZ

Pride

Solidarisches Feelgood-Kino

England 1984. Nach einer wahren Begebenheit erzählt PRIDE die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen einer Gruppe lesbischer und schwuler Aktivisten und einem Bergarbeiterdorf in Wales.

Mehr

PRIDE setzt die Tradition der großen Arbeiter-Komödien des englischen Kinos aus den frühen 90er Jahren fort. Wie BILLY ELLIOTT, BRASSED OFF oder THE FULL MONTY ist der Film von Matthew Warchus gutgelaunt und gut geschrieben, schnell und musikalisch, ein bisschen sentimental an den richtigen Stellen und selbstverständlich auf der Seite der Underdogs. Wir schreiben das Jahr 1984, der große englische Bergarbeiterstreik wird mit Erbitterung ausgetragen, die AIDS-Erkrankung hat eben erst einen Namen bekommen. Der Student Joe (George MacKay) ist gerade 20, also nach den damaligen Gesetzen noch nicht einmal volljährig, als er ziemlich schüchtern seine erste Gay Pride Parade in London besucht. Zu seinem Pech oder vielmehr Glück gerät er sofort an ein buntes Grüppchen von Aktivisten und Aktivistinnen, die gerade eine neue politische Initiative mit dem unhandlichen Namen LGSM gegründet haben: Lesbians and Gays Support the Miners. Die Solidarität unter Unterdrückten, eigentlich eine gute Idee, ist in diesem Fall nur schwer umzusetzen. Zu viele Schwule und Lesben sind vor der erdrückenden Homophobie der Provinz in die Großstadt geflohen, und auch die Arbeiter reagieren extrem misstrauisch auf die queeren Unterstützer. Aber schließlich findet die LGSM unter der Anführung des charismatischen Mark Ashton (Ben Schnetzer) doch noch eine zumindest in Teilen aufgeschlossene Community, und macht sich auf den Weg ins ferne Wales, um Geld und moralische Unterstützung zu bringen. Das Zusammentreffen der ultra-hippen (wir sind in den 80ern!) Aktivisten und der reservierten Bergarbeiter und ihrer resoluten Frauen in der drögen Gemeindehalle ist beängstigend, komisch, rührend. Es ist der Anfang einer außergewöhnlichen und hindernisreichen Freundschaft, von der der Film erzählen wird, und die es übrigens, das macht es noch schöner, wirklich gegeben hat.

Hendrike Bake

Details

Großbritannien 2014, 117 min
Genre: Komödie
Regie: Matthew Warchus
Drehbuch: Steven Beresford
Kamera: Tat Radcliffe
Schnitt: Melanie Oliver
Musik: Christopher Nightingale
Verleih: Senator Film Verleih
Darsteller: Imelda Staunton, Paddy Considine, Bill Nighy, Dominic West, Andrew Scott
FSK: 6
Kinostart: 30.10.2014

Website
IMDB

Vorführungen

Vorführungen

ALLE ANGABEN OHNE GEWÄHR.
Die Inhalte dieser Webseite dürfen nicht gehandelt oder weitergegeben werden. Jede Vervielfältigung, Veröffentlichung oder andere Nutzung dieser Inhalte ist verboten, soweit die INDIEKINO BERLIN UG (haftungsbeschränkt) nicht ausdrücklich schriftlich ihr Einverständnis erklärt hat.