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Prélude

Nervöse Rhythmen

Der 19-jährige Pianisten David wurde an einer Musikakademie angenommen und steht auf dem Sprung zu Höherem, aber der Druck, den er selbst aufbaut, wird immer größer.

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Genie und Wahnsinn liegen nah beieinander, zumindest in der Literatur oder im Kino, wo immer wieder Künstler*innen beschrieben wurden, die an ihrem Talent scheiterten und in den Wahnsinn glitten. So eine Figur stellt auch Sabrina Sarabi ins Zentrum ihres Debütfilms PRÉLUDE, für den sie eine spektakuläre Darstellerriege verpflichten konnte: Im Mittelpunkt steht Louis Hoffmann, der den 19-jährigen Pianisten David spielt, der an einer Musikakademie angenommen wurde und auf dem Sprung zu Höherem steht. Ursina Lardi ist seine Klavierlehrerin, die ihn mit harter Hand fordert, kritisiert, mal begeistert von seinen Fähigkeiten, mal enttäuscht von seiner Nachlässigkeit ist. Liv Lisa Fries wiederum ist das Mädchen an Davids Seite, zumindest für Momente in diesen Wochen oder Monaten, die der Film beschreibt. So klar wird das nicht, denn Sarabi verfolgt über weite Strecken keine klassisch lineare Struktur, sondern erzählt lose, assoziativ, in Elipsen. Immer größer wird der Druck auf David, weniger der von außen, als der, den er sich selber macht. Zunehmend exzessiver werden seine Versuche, sich abzulenken, bei elektronischer Musik abzuschalten, runterzukommen. Das ist stark gefilmt und vor allem mit einem hervorragenden Sounddesign unterlegt, das die zunehmende Anspannung Davids akustisch andeutet, etwa im Klacken von Ping-Pong-Bällen nervöse Rhythmen findet, die sowohl David als auch die Zuschauer im Unklaren lassen, ob das Gesehene und Erlebte noch real oder schon Ausbund seines Wahnsinns ist.
Gut 70 Minuten geht das so, gut 70 Minuten lang ist PRÉLUDE ein gewagter, stilistisch ungewöhnlicher Film, bevor Sarabi in den letzten 20 Minuten der Mut verlässt. Wurde vorher nur angedeutet, bewusst mit Ambivalenzen gespielt, erzählt sie nun alles aus, führt Davids Weg zu einem eindeutigen, ebenso naheliegenden wie unbefriedigenden Ende. Was umso bedauerlicher ist, als das Davor so gut war.

Michael Meyns

Details

Originaltitel: Prelude
Deutschland 2019, 95 min
Sprache: Deutsch
Genre: Drama, Musikfilm
Regie: Sabrina Sarabi
Drehbuch: Sabrina Sarabi
Kamera: Max Preiss
Schnitt: Hannah Schwegel, Jan von Rimscha
Musik: Felix Rösch
Verleih: X Verleih
Darsteller: Louis Hofmann, Liv Lisa Fries, Johannes Nussbaum, Ursina Lardi, Saskia Rosendahl
FSK: 12
Kinostart: 29.08.2019

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Prélude

(Prelude) | Deutschland 2019 | Drama, Musikfilm | R: Sabrina Sarabi | FSK: 12

Der 19-jährige Pianisten David wurde an einer Musikakademie angenommen und steht auf dem Sprung zu Höherem, aber der Druck, den er selbst aufbaut, wird immer größer.

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