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Postcards from London

Meister des "postkoitalen Gesprächs"

Jim kommt nach London auf der Suche nach Abenteuer und gerät an die "Raconteurs", eine Gruppe eleganter männlicher Escorts. Sie nehmen Jim unter ihre Fittiche und bilden ihn zum Meister des "postkoitalen Gesprächs" aus.

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In POSTCARDS FROM LONDON kommt der junge Schönling Jim (Harris Dickinson) nach London auf der Suche nach Abenteuer. Ohne Geld und Kontakte wird er schnell an eine geheimnisvolle Bar verwiesen, in der die "Raconteurs" residieren, eine Gruppe eleganter männlicher Escorts. Diese nehmen Jim unter ihre Fittiche und bilden ihn nicht nur zum Sexarbeiter, sondern zum Meister des "postkoitalen Gesprächs" aus. Das bedeutet, dass Jim nun seine Tage dem Studium der Kunstgeschichte widmet, um seiner mondänen Kundschaft nach dem Sex Fakten aus dem Leben von Tizian oder Giorgione zum Besten geben zu können.
Regisseur Steve McLean versucht gar nicht erst, vom Lebensalltag tatsächlicher Sexarbeiter zu erzählen. POSTCARDS FROM LONDON interessiert sich mehr für die Grenzen und Übergänge zwischen Prekariat und Hochkunst. Das Stricherdasein wird zur Kunstform sublimiert, aber auch wenn der Stricher zur Muse wird und der Kunde zum Künstler, das Machtgefälle zwischen beiden bleibt bestehen. Das ist einerseits zwar ironisch gemeint ist, aber so ironisch dann nun auch wieder nicht: Die Unterscheidungen von Pornografie und Kunst, queer culture und Hochkultur werden zwar subtil in Frage gestellt, doch letztendlich wird der etablierte Kanon, die Reihe männlicher Künstler als Schöpfer einzigartiger Meisterwerke, bestätigt. Vor allem Caravaggio, der Mörder und Maler von Huren und Bettlern, avanciert zunehmend zum Schutzheiligen des Films.
Inszeniert ist POSTCARDS FROM LONDON in einer neongetränkten Hochglanz-Optik. Gewollt nachlässige Schnitte, kleine Sprünge in der Geschichte, künstlerisch ausgestaltete Schauplätze und keine Spur von Naturalismus. Die poppige Bildsprache macht POSTCARDS FROM LONDON zu einem stimmigen Ganzen, das sich selbst, zu recht, nicht so ernst nimmt.

Yorick Berta

Details

Originaltitel: Postcards From London
Großbritannien 2018, 88 min
Genre: Drama
Regie: Steve McLean
Drehbuch: Steve McLean
Kamera: Annika Summerson
Musik: Julian Bayliss
Verleih: Edition Salzgeber
Darsteller: Harris Dickinson, Jonah Hauer-King, Alessandro Cimadamore, Leonardo Salerni, Raphael Desprez
FSK: 12
Kinostart: 13.12.2018

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Postcards from London

(Postcards From London) | Großbritannien 2018 | Drama | R: Steve McLean | FSK: 12

Jim kommt nach London auf der Suche nach Abenteuer und gerät an die "Raconteurs", eine Gruppe eleganter männlicher Escorts. Sie nehmen Jim unter ihre Fittiche und bilden ihn zum Meister des "postkoitalen Gesprächs" aus.

Vorführungen

Sputnik Kino am Südstern

23.01. – Mi

TicketsTickets kaufen OmU22:30

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