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Piccola patria – Small Homeland

Sozialrealistische Mischung aus Film Noir und Melodram

Von oben sieht die im Nordosten Italiens gelegene Region Venetien wie ein glücklich-ländliches Idyll aus. Auf den zweiten Blick erscheint sie verlassen und trostlos. Die beiden unterschiedlichen Freundinnen Luisa und Renata haben jedenfalls nur ein Ziel: Sie wollen hier raus und nach China auswandern.

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Die Luftaufnahmen der im Nordosten Italiens gelegenen Region Venetien erinnern an eine malerische und geordnete Modellbaulandschaft: Wiesen, Felder, Häuser, Gebäude, alles scheint in geometrische Formen geordnet und unterteilt. Doch was sich wie ein glücklich-ländliches Idyll präsentiert, wirkt auf den zweiten Blick verlassen und trostlos. Die beiden unterschiedlichen Freundinnen Luisa (Maria Roveran) und Renata (Roberta Da Soller) haben jedenfalls nur ein Ziel, sie wollen hier raus und nach China auswandern. Ihre mageren Gehälter als Zimmermädchen in einem schicken Hotel bessern sie als Gelegenheits-Prostituierte auf, doch dann wittern sie ihre Chance, durch eine Erpressung an das benötigte Geld zur Flucht zu kommen. In der Zwischenzeit verliebt sich Luisa ausgerechnet in den Albaner Bilal (Vladimir Doda), was zusätzliches Konfrontationspotenzial mit ihrem ausländerfeindlichen Vater Marco (Mirko Atruso) bedeutet.
Der Dokumentarfilmregisseur Alessandro Rossetto hat mit SMALL HOMELAND sein Spielfilmdebüt als sozialrealistische Mischung aus Film Noir und Melodram angelegt. Dabei lässt er die dramaturgischen Zügel der Story eher locker schleifen und legt stattdessen Wert auf reale Situationen: „Als Dokumentarfilmer ist der letzte Moment der des Drehs, es gibt also etwas nicht Vorhersehbares. Ich lasse diesen letzten Moment immer noch für die Veränderung offen“, erklärt der Filmemacher seine Herangehensweise zwischen Doku und Fiktion, bei der er großen Wert auf die Improvisationsarbeit mit seinen Darstellern gelegt hat. Rossetto nutzt hier für sich die Mittel seiner bisherigen Arbeit, um das wenig schmeichelhafte Portrait einer Region zu zeichnen, unter deren Bilderbuchimage sich eine gesellschaftliche Atmosphäre der Unzufriedenheit, Gier, Heuchelei und Fremdenfeindlichkeit offenbart.

Jens Mayer

Details

Italien 2013, 110 min
Sprache: Italienisch
Regie: Alessandro Rossetto
Kamera: Daniel Mazza
Schnitt: Jacobo Quadri
Darsteller: Diego Ribon, Maria Roveran, Roberta Da Soller, Vladimir Doda, Mirko Artuso

Vorführungen

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