Magazin für unabhängiges Kino
Filmwecker
Filmnotiz

Neue Notiz

I Only Rest in the Storm

Postkolonialer Report

Pinho nutzt die Außenseiter-Perspektive seines ungebundenen Protagonisten, um die postkolonialen Verhältnisse in allen Bereichen der Gesellschaft aufzuzeigen.

Mehr

Es braucht Entschlossenheit und Selbstvertrauen, einen dreieinhalbstündigen Film zu drehen, der weitestgehend auf Action verzichtet und ein komplexes Thema wie den Einfluss postkolonialer Strukturen auf die sozialen und politischen Verhältnisse behandelt. Dass Pedro Pinho dieses Wagnis besteht, liegt im Wesentlichen in der immersiven Erfahrung, der glühenden Hitze, die man von der ersten Szene an auf der eigenen Haut zu spüren glaubt.

Mitten in der westafrikanischen Savanne bleibt der portugiesische Umweltingenieur Sérgio (Sérgio Coragem) mit seinem Wagen liegen. Schweiß im Nacken, Sand in den Schuhen. Er soll in Guinea-Bissau ein Gutachten für ein neues Straßenbauprojekt erstellen. Sowohl ein Naturreservat als auch ein Sumpfgebiet mit Reisfeldern, die von vielen kleinen Gemeinden in der Gegend bewirtschaftet werden, erschweren das geplante Vorhaben. Doch die Zeit drängt, mahnen die Projektleiter, um nicht die nötigen Fördergelder und Investoren zu verlieren. Einquartiert in einem Hotel in der Stadt, muss Sérgio sich mit den Gegebenheiten vor Ort arrangieren – und mit den Einheimischen, darunter die durchtriebene Barbesitzerin Diara (Cleo Diára) und Expat Gui (Jonathan Guilherme), eine aufgedrehte Dragqueen, die im Hier und Jetzt zu leben als Superkraft versteht. Sérgio fügt sich nahtlos ein in ihren wilden Freundeskreis, während er parallel in ausgiebigen Gesprächen für seinen Report recherchiert.

Pinho nutzt die Außenseiter-Perspektive seines ungebundenen Protagonisten, um die postkolonialen Verhältnisse in allen Bereichen der Gesellschaft aufzuzeigen. Die Meinungen für und gegen den Straßenbau gehen erwartungsgemäß weit auseinander; Armut, Korruption, Gewalt und nicht zuletzt die Heuchelei der Weißen sind Teil des Problems.

Pamela Jahn

Details

Originaltitel: O Riso e a Faca
Portugal/ Frankreich/ Brasilien/ Rumänien 2025, 211 min
Sprache: Portugiesisch, Englisch, Französisch
Genre: Drama, Liebesfilm
Regie: Pedro Pinho
Drehbuch: Miguel Carmo, Paul Choquet, Luís Miguel Correia
Kamera: Ivo Lopes Araújo
Schnitt: Karen Akerman, Cláudia Rita Oliveira, Rita M. Pestana
Musik: Carpotxa Mazulu
Verleih: Grandfilm
Darsteller: Sérgio Coragem, Cleo Diára, Jonathan Guilherme
FSK: 18
Kinostart: 28.05.2026

Website
IMDB

Vorführungen

Filter
Multiplexe anzeigen

I Only Rest in the Storm

(O Riso e a Faca) | Portugal/ Frankreich/ Brasilien/ Rumänien 2025 | Drama, Liebesfilm | R: Pedro Pinho | FSK: 18

Pinho nutzt die Außenseiter-Perspektive seines ungebundenen Protagonisten, um die postkolonialen Verhältnisse in allen Bereichen der Gesellschaft aufzuzeigen.

Vorführungen

Charlottenburg

Delphi LUX

14.06. – So

TicketsKartenreservierung: https://www.yorck.de/kinos/delphi-lux OmU11:00

Kreuzberg

Sputnik Kino am Südstern

HEUTE

OmU12:00

15.06. – Mo

TicketsKartenreservierung: https://www.sputnik-kino.com/program/movies OmU19:30

Neukölln

Wolf Kino

HEUTE

OmeU14:40

ALLE ANGABEN OHNE GEWÄHR.
Die Inhalte dieser Webseite dürfen nicht gehandelt oder weitergegeben werden. Jede Vervielfältigung, Veröffentlichung oder andere Nutzung dieser Inhalte ist verboten, soweit die INDIEKINO BERLIN UG (haftungsbeschränkt) nicht ausdrücklich schriftlich ihr Einverständnis erklärt hat.