
Neue Notiz
Nouvelle Vague (2025)
Labour of love
Linklaters Film NOUVELLE Vague ist eine labour of love. Linklater erzählt die Geschichte der Entstehung von Jean-Luc Godards erstem Spielfilm A BOUT DE SOUFFLE/AUSSER ATEM mit Charme, Witz und immer wieder eingeflochtenen filmästhetischen Bonmots.
Dass Richard Linklater die Filme der Nouvelle Vague quasi intravenös verinnerlicht hat, war eigentlich schon mit seinem Debüt SLACKER (1990) klar. Die verpeilten Figuren in diesem Episodenfilm, die in den Schlümpfen Zeichen für die Wiederkehr Krishnas sahen und mit dem Verkauf von Madonnas Scheidenabstrichen Geld verdienen wollten, lebten zwar nicht in Paris, sondern in Austin, waren aber eindeutig Erben von François Truffauts Antoine Doinel und Godards PIERROT LE FOU. Wie kein anderer Regisseur der letzten 35 Jahre spiegelten sich in Linklaters Filmen die Lässigkeit der Nouvelle Vague, die Liebe zu Außenseitern und zur Improvisation und der Glaube an eine Kino-Wahrheit, die sich nicht mit naivem Realismus verwechseln ließ. Linklater ist außerdem Kino-Aktivist, der gemeinsam mit dem Kameramann Lee Daniel 1985 die Austin Film Society gründete, die heute zwei Kinos, ein Produktionsstudio und ein riesiges Archiv betreibt.
Linklaters Film NOUVELLE VAGUE ist eine labour of love. Linklater erzählt die Geschichte der Entstehung von Jean-Luc Godards erstem Spielfilm À BOUT DE SOUFFLE/AUSSER ATEM mit Charme, Witz und immer wieder eingeflochtenen filmästhetischen, bekannten Bonmots: Godard: „Das ist kein Blut, das ist Rot“, Cocteau: „Der Film ist kein Beruf, sondern ein Priestertum“. Die ganze Gemeinde im Umfeld der Cahiers du cinéma hat ihren Auftritt. In der 1951 gegründeten Pariser Filmzeitschrift hatten die späteren Filmmacher*innen als Kritiker*innen angefangen und eine neue Filmästhetik entworfen, die mit dem „gut gemachten“, braven „cinema du papa“ brach, in dem vor allem Literaturverfilmungen und das, was in den USA heute „Drama“ genannt wird, als hochwertige Filmkunst galten. Die Cahiers interessierten sich mehr für die damals kaum wertgeschätzten „niederen“ Genres, vor allem für den Film Noir, für Hitchcock und für das expressionistische und surrealistische Vorkriegskino.
In NOUVELLE VAGUE ist Jean-Luc Godard (Guillaume Marbeck) der letzte der Cahiers du cinéma-Kritiker, der noch keinen Langfilm gedreht hat. Er stiehlt Geld aus der Portokasse und fährt nach Cannes, zur Premiere von François Truffauts (Adrien Rouyard) LES 400 COUPS/SIE KÜSSTEN UND SIE SCHLUGEN IHN. Dort wirft er sich an den Produzenten Georges de Beauregard (Bruno Dreyfürst) ran, der einen Godard-Film produzieren will, aber nur mit einem Truffaut-Skript und mit Claude Chabrol als technischem Leiter. Ein ordentlicher, billiger Film Noir ist gewünscht. Godard mault, macht aber mit, obwohl er wenig von Truffauts Skript über einen Polizistenmörder und dessen Freundin hält. Truffaut scheint kein Problem mit Änderungen an seinem Skript zu haben, und Chabrol spielt in Wirklichkeit keine Rolle bei der Produktion, für die 20 Drehtage angesetzt sind. Jean Sebergs aktueller Ehemann kann sie tatsächlich überzeugen, in diesem Film eines arroganten Debütanten mitzuspielen, aber sie zweifelt von Anfang an. Godard macht maximal zwei Takes, und wenn er nicht inspiriert ist, fällt der Drehtag ganz aus. Länger als zwei Stunden wird nie gearbeitet. Dialoge gibt es nur selten, weil alles nachsynchronisiert wird.
Linklater hat fast ausschließlich international unbekannte französische TV-Darsteller*innen besetzt, die tatsächlich den echten Personen sehr ähnlich sehen. Zoe Deutch als Jean Seberg ist am bekanntesten, aber auch kaum A-List. Dass alle permanent angefressen wirken, die Maskenbildnerin, weil sie nichts zu tun hat, der Star, weil sie das alles als schlechten Witz wahrnimmt, die Kostümbildnerin, weil die Kostüme von Woolworth sind, macht die stoische Gelassenheit von Kameramann Raul Coutard (Frank Cicurel), der seinen langen Körper ohne einen Moment des Zögerns in einen engen Zeitungskarren sperren lässt, zu einem trockenen running gag.
NOUVELLE VAGUE ist ein reizender, charmanter Film, der wie dazu gemacht ist, als Einführung im Double Feature mit A BOUT DE SOUFFLE gezeigt zu werden.
Originaltitel: Nouvelle Vague
Frankreich/USA 2025, 106 min
Sprache: Französisch, Englisch
Genre: Tragikomödie, Film übers Filmemachen
Regie: Richard Linklater
Drehbuch: Holly Gent, Vincent Palm
Kamera: David Chambille
Schnitt: Catherine Schwartz
Verleih: Plaion Pictures
Darsteller: Guillaume Marbeck, Zoey Deutch, Aubry Dullin
Kinostart: 12.03.2026
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Nouvelle Vague (2025)
(Nouvelle Vague) | Frankreich/USA 2025 | Tragikomödie, Film übers Filmemachen | R: Richard Linklater | Interview | NEUSTART
Linklaters Film NOUVELLE Vague ist eine labour of love. Linklater erzählt die Geschichte der Entstehung von Jean-Luc Godards erstem Spielfilm A BOUT DE SOUFFLE/AUSSER ATEM mit Charme, Witz und immer wieder eingeflochtenen filmästhetischen Bonmots.
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