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Notre Dame – Die Liebe ist eine Baustelle

„Die Menschen sind nervös“

Die Komödie von und mit Valérie Donzelli ist etwas anders als man das von französischen Komödien gewohnt ist, eigenwilliger, alberner, verträumter, feministischer.

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Die Komödie von und mit Valérie Donzelli ist etwas anders als man das von französischen Komödien gewohnt ist, eigenwilliger, alberner, verträumter, feministischer. Maud Crayon (Donzelli) ist alleinerziehende Architektin in Paris, und das erste, was ins Auge fällt, ist die winzige Wohnung, in der Maud, ihre zwei Kinder und Mauds Ex (Thomas Scimeca), der immer vorbeischaut, wenn es mit der Neuen kriselt, umeinander manövrieren. Die Dusche ist in der Küche, aus dem Radio kommen bizarre apokalyptische Meldungen - „Frankreich geht es schlecht. Die Pariser sind deprimiert“ - und überall liegt Kram. Normal halt in Paris, wenn man nicht so besonders verdient, aber doch selten im Kino zu sehen. Auf Arbeit in einem Souterrain-Büro mit Baustelle vor dem Fenster erwarten Maud ihr narzisstischer Chef Greg (Samir Guesmi), ihr netter Tischnachbar Didier (Bouli Lanners) und ein Team unterbezahlter Kollegen, die alle heimlich in ihrer Arbeitszeit am Wettbewerb zur Modernisierung des Vorplatzes von Notre Dame arbeiten. Durch ein Wunder gewinnt Maud, die gar nicht eingereicht hatte, den Wettbewerb. Ab da potenzieren sich die Turbulenzen, nicht zuletzt, weil Maud unerwartet schwanger ist und sich eine Bürgerbewegung gegen die Planungen bildet. NOTRE DAME begleitet Maud beim Krisen-Multitasking und streut dabei immer wieder Absurditäten ein. So ohrfeigen sich in ganz Paris immer wieder Leute. Ohne jede Erklärung. „Die Menschen sind nervös“, ist alles, was ein Polizist dazu sagt. Es gibt einen romantischen Trennungssong, und die befreundete Frauenärztin führt bei die Ultraschalluntersuchung Selbstgespräche à la „Er hat nur ein Bein, oh nein, doch zwei…“. Das trägt nicht unbedingt über die ganze Laufzeit, ist aber charmant anders und wirklich oft komisch. Muss man mögen.

Hendrike Bake

Details

Originaltitel: Notre Dame
Frankreich/Belgien 2019, 89 min
Genre: Komödie
Regie: Valérie Donzelli
Drehbuch: Valérie Donzelli, Benjamin Charbit
Kamera: Lazare Pedron
Schnitt: Pauline Gaillard
Verleih: W-Film
Darsteller: Valérie Donzelli, Pierre Deladonchamps, Thomas Scimeca, Bouli Lanners
FSK: 12
Kinostart: 09.12.2021

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