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Nope

Prä-apokalyptische Winkefiguren

Horror! Western! Aliens! NOPE überrascht ständig mit Wendungen, Bildideen und Plot-Kombinationen, die man noch nie gesehen hat, oder zumindest nicht so.

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Jordan Peeles US und GET OUT waren eindeutig im Horror-Genre angesiedelt, sein jüngster Film, der enorm unterhaltsame NOPE, tendiert mit seiner wilden Zusammenstellung unterschiedlichster filmischer Traditionen – Horror! Western! Aliens! – dagegen eher Richtung B-Movie. Wie bei den besten Filmen des Genres überrascht NOPE ständig mit Wendungen, Bildideen und Plot-Kombinationen, die man noch nie gesehen hat, oder zumindest nicht so. Peele schreckt vor spekulativem Trash nicht zurück, und das CGI-Alien verwandelt sich im Verlauf des Films zunehmend, und ganz gewiss absichtlich, von einer unheimlichen, kaum sichtbaren Präsenz am bewölkten Himmel in ein Modell, das aus einer Hobbywerkstatt - respektive den 1950er Jahren - stammen könnte.

Anders als traditionell schnell und billig gedrehte B-Ware sind die Motive und Bezüge dabei minutiös ausgearbeitet und herausragend gefilmt, und der Cast ist großartig und lebensnah. Im Mittelpunkt stehen Pferdetrainer OJ (der klassische schweigsame Held, unerschütterlich, auch im Auge des Sturms: Daniel Kaluuya) und seine Schwester Em (schnell, unruhig, laut und loyal: Keke Palmer). Sie sind die Erben der Showpferde-Farm „Haywood Hollywood Horses“, und ihr Ur-Ur-Urgroßvater war der Schwarze Jockey in Edward Muybridges weltberühmter „Film“-Sequenz (es handelte sich um eine Reihe von Einzelfotos) eines Pferdes in Bewegung. Den Bewegtbildpionier Muybridge gab es übrigens wirklich, der Name des Jockeys ist dagegen unbekannt (mehr zur Muybridge-Geschichte). Das Unternehmen schwächelt, und nach und nach muss OJ die Pferde verkaufen, meist an Ex-Kinderstar Rick (Steven Yeun), der einen kleinen Westernstadt-Vergnügungspark im Nichts betreibt. Als sich seltsame Phänomene am Himmel über der Ranch zeigen, wittert Em die Chance, mit UFO-Bildern an Geld zu kommen. Doch die Erscheinung stellt sich als territorial und todbringend heraus, das Unterfangen wird zum Überlebenskampf.

Vom Vorspann, der die Pferdesequenz von Muybridge zeigt, bis hin zum allerletzten Bild des Films baut NOPE ein reiches Geflecht an Bezügen auf, die Schwarze Erfahrungen im Filmbusiness aber auch die alles bestimmende, alles verschlingende Präsenz von Medien – vom analogen Kurbelfilm über das mörderische TV-Serienentertainment bis hin zur Überwachungskamera – verhandeln. Das UFO-Jagd-Team um OJ und Em wird im Lauf des Films noch ergänzt um den enthusiastischen jungen Elektronikmarktverkäufer Angel (Brandon Perea) und den radikal-analogen Kameramann Antlers Holst (erinnert an Werner Herzog: Michael Wincott). Im Umgang mit dem unersättlichen Getüm gilt vor allem eins: Um nicht erfasst zu werden, darf man dessen „Blick“ nicht auf sich ziehen, darf man es niemals ansehen, muss selbst unsichtbar bleiben.

NOPE balanciert selbstsicher auf einem schmalen Grat zwischen Horror und Comedy. Die Grenze zwischen erhaben und banal, zwischen lächerlich und verstörend, zwischen schäbigem „make believe“ und „the yonder“ ist hauchdünn. Immer wieder schafft es Peele, in einer Einstellung, in einem Motiv beides zugleich einzufangen. So etwa bei den „Air Dancern“ – das sind diese scheußlichen prä-apokalyptischen Aufblas-Winkefiguren, die am Straßenrand stehen und Kunden anlocken sollen. Am Eingang von Ricks Vergnügungspark simulieren sie Fröhlichkeit, und stehen zugleich für die aufgeblasene Inhaltsleere der Entertainmentindustrie. Später werden sie zu wichtigen Werkzeugen im Kampf gegen das Monstrum, zum bunten Kanarienvogel in der Katastrophen-Mine.

Enjoy!

Hendrike Bake

Details

USA 2022, 130 min
Genre: Horror, Science Fiction
Regie: Jordan Peele
Drehbuch: Jordan Peele
Kamera: Hoyte Van Hoytema
Musik: Michael Abels
Verleih: Universal Pictures
Darsteller: Keke Palmer, Daniel Kaluuya, Steven Yeun, Donna Mills, Barbie Ferreira
Kinostart: 11.08.2022

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USA 2022 | Horror, Science Fiction | R: Jordan Peele

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