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Nonna Mia!

Commedia dell’arte

Ohne Unterstützung der geliebten Nonna würde die junge Kunstrestaurateurin Claudia nicht über die Runden kommen. Als die Oma stirbt, und das Ende der regelmäßigen Rentenzahlungen droht, hilft nur noch der Tiefkühler.

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Die Kamera nähert sich einer Kühltruhe, wandert dann durch ihr Lüftungssystem und gleitet schließlich über die gefrorene Landschaft in der Truhe. Zusammen mit den unheimlichen, hallenden Geräusch der Ventilatoren und der von weit weg ertönenden Musik erinnert die Einstellung an die Filme von Jeunet/Caro, wie etwa DELIKATESSEN, was auch gut zum italienischen Titel des Films passt: Metti la Nonna in Freezer. Die Nonna aus dem Titel öffnet den Deckel, legt eine Tüte Tortellini hinein und schließt die Truhe wieder, und los geht’s.
Die Hauptpersonen von NONNA MIA sind Simone, ein engagierter aber glückloser Steuerfahnder, der zunehmend komplexere Razzien veranstaltet (die eine Reihe zunehmend lächerlicherer Kostüme erfordern) und Claudia, eine Kunst-Restauratorin, deren Firma massive Verluste macht, während sie auf eine zunehmend verspätete Zahlung der Regierung wartet. Claudias geliebte und schwer kranke Oma gibt der Enkelin ihre monatliche Rente, um das Unternehmen über Wasser zu halten. Der Film baut diese dominoartigen Bausteine flott auf, und reißt sie dann zügig wieder ein. Regisseurin und Cast (allen voran die lebendige Miriam Leone als Claudia) sind mit ganzen Herzen bei ihrer Aufgabe und statten die Commedia dell’arte mit genug Energie aus, um frisch zu wirken, und mit genügend Zurückhaltung, um die Spannung zu halten.
Der comichafte Tonfall der Exposition zieht sich durch, mit jeder Menge Slapstick, quietschbunten Farben und schrägen Einstellungen an Ohren vorbei oder über Schultern hinweg. Auch die Jeunet/Caro Einflüsse bleiben spürbar, aber der Großteil des Films ist eher AMELIE als DELIKATESSEN, und hat mit dem erstgenannten Energie und Einfallsreichtum aber auch einen etwas farbloseren dritten Akt gemeinsam, in dem die dunkleren und seltsameren Momente abnehmen und der Handlungsbogen sich in Richtung einer Standardliebesgeschichte bewegt.

John Peck

Details

Originaltitel: Metti la nonna in freezer
Italien 2018, 100 min
Genre: Komödie, Schwarze Komödie, Krimi
Regie: Giancarlo Fontana, Giuseppe G. Stasi
Drehbuch: Fabio Bonifacci
Kamera: Valerio Azzali
Schnitt: Giancarlo Fontana
Verleih: Eksystent Filmverleih
Darsteller: Miriam Leone, Fabio De Luigi, Lucia Ocone, Barbara Bouchet
FSK: 6
Kinostart: 04.07.2019

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