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Nome di Donna

Zähe Gegenwehr

Die Restauratorin Tina fängt einen Job als Pflegehelferin in einem gehobenen Seniorenheim in der Lombardei an. Eines Abends bestellt der Direktor des Heims, „Dottore“ Torri, sie nach dem Dienst zu sich und bittet sie, die Schwesterntracht anzulassen.

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Die Restauratorin Tina (Cristiana Capotondi) versucht, mit ihrer zehnjährigen Tochter Caterina einen Neuanfang auf dem Land und fängt einen Job als Pflegehelferin in einem gehobenen Seniorenheim in der Lombardei an. Während Landschaft und Licht und die schlossartige Residenz in warmen, freundlichen Farben strahlen, verbreiten einige Details bereits am Anfang Missstimmung. Die Fragen des Pfarrers nach ihrem Familienstand beispielsweise sind doch etwas zu persönlich. Und als Tina die Tochter einige Wochen später zur Schule bringt und bemerkt „Du musst das Fahrrad anschließen, sonst wird es gestohlen“, fragt Caterina zurück „Von den Fremdlingen?“. Aber im Großen und Ganzen gefällt es Tina in ihrer neuen Heimat, und sie kommt mit den Senioren gut aus.
Dann bestellt der Direktor des Heims, „Dottore“ Torri (Valerio Binasco), sie eines Abends nach dem Dienst zu sich und bittet sie ausdrücklich, die Schwesterntracht anzulassen. Er bedrängt sie, psychologisch „Ich weiß, was du für eine bist“ und sexuell, und Tina flüchtet. Am meisten verstört sie an dem Vorfall, dass die Kolleginnen alle Bescheid zu wissen scheinen, aber keine von ihnen solidarisiert sich mit Tina. Als Tina mit Unterstützung der Gewerkschaft Anzeige erstattet, ist sie alleine. NOME DI DONNA ist sehr glaubhaft, aber nicht übermäßig spannend. Regisseur Marco Tullio Giordana erzählt sehr behutsam und präzise und mit einem Naturalismus, der auf dramatische Zuspitzungen verzichtet. Er interessiert sich weniger für das skandalöse Verhalten der Männer als für den unglaublichen Angang, den es für eine einzelne Frau bedeutet, sich gegen deren Verhalten zur Wehr zu setzen. Das Schweigen ist eisern, die Gegenwehr massiv und der Männerbund schließt sich umso enger zusammen, umso mehr er in Bedrängnis gerät.

Hendrike Bake

Details

Italien 2018, 98 min
Sprache: Italienisch
Genre: Drama
Regie: Marco Tullio Giordana
Drehbuch: Cristiana Mainardi, Marco Tullio Giordana
Kamera: Vincenzo Carpineta
Schnitt: Lionello Cerri, Hengameh Panahi
Musik: Dario Marianelli
Verleih: Arsenal Filmverleih
Darsteller: Cristiana Capotondi, Bebo Storti, Valerio Binasco, Michela Cescon
Kinostart: 18.07.2019

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