
Neue Notiz
No Other Choice
Proaktiver Bewerber
Nach einem besonders beschämenden Bewerbungsgespräch hat Man-su genug, und er beschließt, die nächste Stelle zu bekommen, indem er proaktiv die potenziellen Konkurrenten vollständig aus dem Arbeitsmarkt entfernt.
Man-su hat alles erreicht, was er sich vom Leben erhofft hat. Als Vorarbeiter in einer Papierfabrik hat er es im Laufe von 25 Jahren nicht nur zum „Pulp Man of the Year“ gebracht, sondern hat auch genügend verdient, um sein Elternhaus zu kaufen und dort mit seiner Frau Mi-ri, ihren zwei Kindern und den beiden Hunden einen mehr als gemütlichen Alltag zu haben. Dann wird die Fabrik an die Amerikaner verkauft, und große Teile der Belegschaft werden an die Luft gesetzt, inklusive Man-su. Die Familie hat Reserven, aber nach 18 Monaten erfolgloser Bewerbungen gibt es keine andere Wahl: Netflix und das Auto werden gestrichen, die Hunde weggegeben, und selbst das Haus soll bald an einen großkotzigen Schnösel verkauft werden. Nach einem besonders beschämenden Bewerbungsgespräch hat Man-su genug, und er beschließt, die nächste Stelle zu bekommen, indem er proaktiv die potenziellen Konkurrenten vollständig aus dem Arbeitsmarkt entfernt. Es ist ein Krieg, meint Man-su, und dass er kein geübter und eiskalter Killer ist, macht der Ingenieur dadurch wett, dass er nach jedem Rückschlag zu improvisieren weiß und eine neue Methode findet.
Ähnlich wie schon die französischsprachige Verfilmung von Donald E. Westlakes Roman „Der Freisteller“ (1997) durch Costa-Gavras (DIE AXT, 2005) betont Park Chan-wook die satirischen Elemente der Vorlage, lässt aber deren Zynismus weg. Man-su (Lee Byung-hun) möchte eigentlich niemandem töten, ihm fällt aber auch nichts Besseres ein, um seinen gewohnten Lebensstandard wiederzuerlangen. Wie ein einsamer Wolf will er erfolgreich sein, sich als Oberhaupt der Familie beweisen und so fies und gnadenlos sein wie der koreanische Arbeitsmarkt in Zeiten der Globalisierung. Dabei hätten die Morde, die Besuche durch die Polizei und auch einige eigene Verletzungen, vermieden werden können, wenn er den konstruktiven Vorschlägen seiner Frau zugehört und mit seiner Familie gesprochen hätte. Ganz verstecken kann er seine ständigen Exkursionen nicht, aber er hat immer eine Ausrede bereit.
Wie schon in SNOWPIERCER macht Park Chan-wook aus einem dystopischen Gesellschaftsporträt eine amüsante und grandios in Bilder gefasste Geschichte, bei der die Tragik der Charaktere immer wieder durch Slapstick und absurde Situationen gebrochen wird, ohne die Empathie mit den Figuren zu zerstören. Aus den verschiedenen Stimmungen entsteht eine Tragikomödie, deren letzte Einstellung gleichzeitig ein enormes Erfolgserlebnis und ein völliges Scheitern im Kampf für die eigenen Werte zeigt.
Originaltitel: Eojjeol suga eopda
Südkorea 2025, 139 min
Sprache: Koreanisch
Genre: Krimi, Thriller
Regie: Park Chan-wook
Drehbuch: Park Chan-wook, Lee Kyoung-mi
Kamera: Kim Woo-hyung
Schnitt: Kim Ho-bin, Kim Sang-beom
Musik: Cho Young-wuk
Verleih: Plaion Pictures
Darsteller: Lee Byung-hun, Yeom Hye-ran, Son Ye-jin, Park Hee-soon
Kinostart: 05.02.2026
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No Other Choice
(Eojjeol suga eopda) | Südkorea 2025 | Krimi, Thriller | R: Park Chan-wook | Interview
Nach einem besonders beschämenden Bewerbungsgespräch hat Man-su genug, und er beschließt, die nächste Stelle zu bekommen, indem er proaktiv die potenziellen Konkurrenten vollständig aus dem Arbeitsmarkt entfernt.
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