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Near & Elsewhere

Für komplexe Utopien

Das Regieteam von NEAR AND ELSEWHERE ist mit seinem teils gespielten Essay auf der Suche nach Ansätzen für einen dringend benötigten Wandel in der Art, wie wir Fortschritt denken.

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Unsere Gesellschaft hat viele Beziehungen zum Fiktiven, von dem wir wissen, dass es nicht real ist, das wir aber brauchen, um zu lernen, wie die Welt funktioniert. Fiktionen, z.B. in Filmen, geben uns Möglichkeiten zum Gedankenspiel mit Situationen, die wir im Realen nicht erfahren. Auch Utopien dienen als Modelle der Zukunft, auf deren Basis wir im Hier und Jetzt Entscheidungen treffen. Problematisch daran ist, dass Utopien Zukunft zwangsläufig in heutigen Kategorien beschreiben. Was wir nicht kennen, hat noch keinen Begriff. Und: Utopien streben nach Vereinfachung. Die Reduktion von Komplexitäten ist letztlich jedoch zum Scheitern verurteilt.
Das Regieteam von NEAR AND ELSEWHERE ist mit seinem teils gespielten Essay auf der Suche nach Ansätzen für einen dringend benötigten Wandel in der Art, wie wir Fortschritt denken. Ihre Reise zu einer Vision ohne unterkomplexe Utopie schlägt dabei genreauflösende Pfade ein. Neben Expert*innen diverser Felder (Zukunftsforscher, Marathonläuferin, Medienkritiker, Marsforscherin) stehen Bilder von Architektur als Futur. Eine Samuraitänzerin und anscheinend wurzellose Personen bewegen sich über die Laufstege einer Großstadt und ihrer Ränder. Zäune, Gänge, Überführungen, künstliche Gewässer, Bahnen und Treppenhäuser stehen für das Unterwegssein und kitzeln das Heterotopische des Gesellschaftlichen heraus. Die Spielszenen verbleiben in ihren Aussagen im Vagen, während die Gesprächspartner*innen aus der realen Welt Grundsätzliches bedenken. Fragmentarisch kombinieren die Filmemacher*innen Überlegungen, Fakten, Theorien und Spekulationen verschiedenster Erkenntnislevel. Die Reibung an der Neigung der Wirklichkeit zu Konsequenzen hätte dem fiktiven Strang gutgetan. Die Auseinandersetzung mit den ungewohnten Ideen in NEAR AND ELSEWHERE ist allerdings eine Inspiration zum Weiterdenken

Anna Stemmler

Details

Deutschland/ Österreich/ Dänemark/ Schweden 2018, 84 min
Sprache: Deutsch, Englisch, Italienisch
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Sue-Alice Okukubo, Eduard Zorzenoni
Verleih: déjà-vu film UG
Kinostart: 21.03.2019

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