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My Sweet Pepper Land

Träumen vom Western

Nach dem Sturz von Saddam Hussein nimmt Baran den Posten des Polizei-Kommandanten in einem Dorf zwischen der Türkei und dem Irak an. Niemand außer Baran will dort Gesetz und Ordnung und auch die neue Lehrerin stößt nur auf Ablehnung.

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Vielleicht ist MY SWEET PEPPER LAND nur der Traum seiner Hauptfigur Baran. Baran ist ein ehemaliger kurdischer Freiheitskämpfer und jetzt Polizist in Erbil, der Hauptstadt der autonomen Region Kurdistan. Angewidert muss er die erste offizielle Hinrichtung verfolgen, die die neuen Autoritäten durchführen lassen. Lieber träumt sich Baran in die Songs von Hank Williams und Elvis Presley hinein.
Wie Baran vom Sound des Westens träumt, so träumt MY SWEET PEPPER LAND vom Western, dem Genre, das von der Gründung eines freien Landes träumt. Baran lässt sich in ein Kaff an der Grenze zur Türkei versetzen, das man nur zu Pferde erreichen kann. Das Nest wird von einer Schmugglerbande terrorisiert. Über die Grenze kommen aber auch kurdische Rebellen aus der Türkei, um sich mit Waffen und Nahrungsmitteln zu versorgen. Und dann ist da noch die schöne Lehrerin Govend, die sich gegen ihre Familie durchgesetzt hat, um in der verlassenen Gegend eine Schule aufzubauen. Alleinstehende, moderne Frauen sind den Einheimischen ohnehin suspekt, und da sich zwischen Baran und Govend allmählich eine Liebe anbahnt, wird sie in dessen Konflikt mit dem Gangsterboss hineingezogen.
MY SWEET PEPPER LAND ist eine extrem komische Satire auf die Auswüchse neuer Bürokratie im gerade entstehenden Staat, auf Konservativismus und auf männlichen Machismo mit seinem idiotischen Begriff von Ehre. Aber PEPPER LAND ist auch ein furioser Genrefilm, der es richtig krachen lässt. Und man kommt einfach nicht darum herum: so atemberaubend schön wie Golshifteh Farahani als Govend war schon lange niemand mehr auf der Leinwand. Kein Wunder, dass sie demnächst in zwei Hollywood-Produktionen zu sehen sein wird, und zwar zunächst in EXODUS, Ridley Scotts Verfilmung des Auszugs der Israeliten aus Ägypten.

Tom Dorow

Details

F/D/IRQ 2013, 94 min
Genre: Drama
Regie: Hiner Saleem
Drehbuch: Hiner Saleem, Antoine Lacomblez
Verleih: REM - Rapid Eye Movies
Darsteller: Korkmaz Arslan, Golshifteh Farahani, Suat Usta
FSK: 12
Kinostart: 27.03.2014

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